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Verhandlungen um Ciba-Sozialplan gescheitert

Der Basler Chemiekonzern Ciba Spezialitätenchemie hat für den angekündigten Abbau von gegen 300 Stellen einen Sozialplan einseitig in Kraft gesetzt.

Die Personalvertretung verweigerte aus Protest gegen Entlassungen die Unterschrift, wie die Gewerkschaft UNIA mitteilte. Sie warf Ciba Wortbruch vor.

Gemäss Ciba-Mitteilung vom Dienstag in Basel wird weniger als ein Viertel der im Raum Basel bis Ende 2006 zur Streichung vorgesehenen 250 bis 300 Stellen durch Entlassungen abgebaut. Die Zahl der Betroffenen in Produktion, Marketing, Verkauf und Supportfunktionen solle mit internen Job-Börsen und der Unterstützung bei der Suche nach neuen externen Arbeitsplätzen so klein als möglich gehalten werden. Primär erfolge der Abbau durch interne Versetzungen, Frühpensionierungen und die natürliche Fluktuation.

Im Sozialplan wurden laut Ciba Forderungen der Sozialpartner nach erweiterten Kündigungsschutzmassnahmen berücksichtigt. Es sei weitgehend Einigung erzielt worden. Einzig im Hinblick auf das Alter der vorzeitigen Pensionierungen und die Anzahl der vorgesehenen Kündigungen sei keine einvernehmliche Lösung zu Stande gekommen.

Der von Ciba einseitig in Kraft gesetzte Sozialplan sieht gemäss Mitteilung unter anderem vor, dass Angestellte ab 61 Jahren zu den Pensionskassenbedingungen für 63-Jährige vorzeitig pensioniert werden. Für die Jahrgänge 1952 und älter wurde Kündigungsschutz vereinbart. Daneben werden Abgangsentschädigungen entrichtet, deren Höhe von Lebensalter, Dienstjahren und Salär abhängig ist. Insgesamt wendet Ciba laut Mitteilung für den Sozialplan 35 Millionen Franken auf.

Die UNIA bezeichnete die Sozialplanverhandlungen mit der Ciba-Geschäftsleitung in ihrer Mitteilung als gescheitert. Die Personalvertretung habe die Unterschrift unter das Massnahmenpaket verweigert. Sie habe von Anfang an klar gemacht, dass Restrukturierungen mit Entlassungen nie akzeptiert würden, sei aber bereit gewesen, beim Verzicht auf Entlassungen gewisse Verschlechterungen gegenüber früheren Ciba-Sozialplänen hinzunehmen. Die UNIA warf Ciba Wortbruch gegenüber Angestellten im Textilgeschäft vor. Noch vor rund einem Jahr seien Entlassungen ausgeschlossen worden. Es sei nicht akzeptabel, dass Kündigungen ausgesprochen würden, während ein Aktienrückkaufsprogramm laufe und an der Zahlung einer Dividende von drei Franken je Aktie festgehalten werde, schrieb die UNIA.

Das Chemieunternehmen hatte Ende Oktober, wie berichtet, einen weltweiten Abbau von 950 Stellen, davon 300 in Basel, angekündigt. Begründet wurde der Abbau mit der Integration des von Ciba übernommenen finnischen Papierchemikalien-Konzerns Raisio sowie der Verlagerung des Textilgeschäfts nach Asien. (dapd)

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