Herisau AR: Verhinderte Alkoholkonsum die Vergewaltigung?

Aktualisiert

Herisau ARVerhinderte Alkoholkonsum die Vergewaltigung?

Nur eine Erektionsstörung soll verhindert haben, dass ein 34-jähriger Maler seine Ex-Freundin vergewaltigt hat. Die Frau hat ihm verziehen, er muss aber trotzdem mit einer hohen Strafe rechnen.

von
Sascha Schmid

Die 33-jährige Frau und der Angeklagte führten eine schwierige Beziehung. «Das Problem war mein Alkoholkonsum und ihre Eifersucht», so der 34-Jährige am Montag vor dem Ausserrhoder Kantonsgericht. Mitte 2008 war sie bei ihm ausgezogen, sie pflegten aber noch eine Liebschaft. Im Januar 2009 erzählte sie dann von ihrem neuen Freund. Darauf soll der Maler um 3.30 Uhr bei ihr Sturm geläutet haben. Es kam zu einem Gerangel, wobei er sie würgte und Sex verlangte. Doch sie wehrte sich und konnte flüchten. Am Abend stand der 34-Jährige wieder in der Wohnung und versuchte erneut, sie zu vergewaltigen. Laut Opfer war er aber zu betrunken, um eine Erektion zu bekommen.

Der Angeklagte wehrte sich gegen diese Darstellung: «Ich war nur einmal bei ihr und da hatten wir einvernehmlichen Sex.» Die Polizei habe es aber versäumt, dies durch eine Frauenärztin abklären zu lassen. Zudem habe er mit dem Opfer wieder guten Kontakt gepflegt, sie habe gar die Anzeige zurückziehen wollen. Das nützt ihm aber wenig. Versuchte Vergewaltigung, Drohung und Tätlichkeit sind Offizialdelikte. Der Staatsanwalt fordert eine Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren.

Deine Meinung