Aktualisiert 17.07.2016 16:10

Zürich-HauptbahnhofVerirrte Passanten im unterirdischen Bahnhof

Im Zürcher Tiefbahnhof Löwenstrasse verlieren Reisende oftmals die Orientierung auf der Suche nach dem Lift, den Gleisen oder Bussen. Die SBB wollen nun handeln.

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jen/rom
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Im Zürcher Tiefbahnhof Löwenstrasse verlieren Reisende oftmals die Orientierung auf der Suche nach dem Lift, den Gleisen oder Bussen. Die SBB will nun handeln.

Im Zürcher Tiefbahnhof Löwenstrasse verlieren Reisende oftmals die Orientierung auf der Suche nach dem Lift, den Gleisen oder Bussen. Die SBB will nun handeln.

Keystone/Steffen Schmidt
«Der Handlungsbedarf ist seit längerem bekannt», sagt SBB-Sprecher Oliver Dischoe. Wie die Massnahmen aber konkret aussehen werden, kann er nicht sagen. Es würden mehrere Möglichkeiten geprüft.

«Der Handlungsbedarf ist seit längerem bekannt», sagt SBB-Sprecher Oliver Dischoe. Wie die Massnahmen aber konkret aussehen werden, kann er nicht sagen. Es würden mehrere Möglichkeiten geprüft.

Keystone/Christian Beutler
Im Jahr 2014 wurde die Signaletik von der SBB geprüft.

Im Jahr 2014 wurde die Signaletik von der SBB geprüft.

Keystone/Christian Beutler

Täglich passieren Tausende Reisende den unterirdischen Bahnhof Löwenstrasse. Doch nicht jeder findet sich dort zurecht: Vergebens suchen sie nach dem richtigen Ausgang. SBB-Angestellte müssen deshalb oft Passanten helfen, den Weg zu finden, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Die SBB wollen diesen Mangel nun beheben: «Der Handlungsbedarf ist seit längerem bekannt», sagt Sprecher Oliver Dischoe. Wie die Massnahmen aber konkret aussehen werden, kann er nicht sagen. Es würden mehrere Möglichkeiten geprüft.

Schon Anfang Jahr hatte ein Lokomotivführer die Umstände bei den SBB gemeldet. Er beklagte die mangelnde Beschilderung. Oft hätten ihn orientierungslose Reisende angesprochen. Damals sagten die Verantwortlichen, dass die Durchmesserlinie und deren Beschilderung im Sommer 2014 getestet wurden. Die mit Spezialbrillen ausgestatteten Probanden hätten sich gut orientieren können und ihre Ziele inner- und ausserhalb des Bahnhofes gefunden. «Das Fazit aus dem repräsentativen Test ergab, dass die Beschilderung im Bahnhof Löwenstrasse funktioniert», sagten die Verantwortlichem zum Lokomotivführer.

Bessere Beschilderung gewünscht

Im Antwortschreiben stand ausserdem, dass über die SBB-Kanäle ein Video verfügbar ist, das den Passanten zeigt, wo sich ihre Anschlusszüge befinden und welche Angebote es in der Umgebung hat. Vorerst würden keine Anpassungen vorgenommen. Im Frühling werde aber geprüft, mehr Hinweise anzubringen.

Die Unzufriedenheit mit der Antwort zeigte sich nicht nur beim Lokomotivführer, der sich eine bessere Beschilderung wünscht, sondern auch im neusten Magazin des Verbands Schweizer Lokomotivführer. Es kritisiert, dass ein Test unter Laborbedingungen höher gewichtet wird als die Beobachtungen von Mitarbeitern.

Die SBB treten diesem Vorwurf mit ihren geplanten Anpassungen nun entgegen. Über konkrete Schritte wird das Bahnunternehmen zu gegebener Zeit informieren, sagte Dischoe gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Pro Bahn ist ebenfalls aktiv

Auch der Passagierlobby Pro Bahn ist das Problem bekannt: «Wir sind deswegen schon bei der SBB vorstellig geworden», sagt Urs Schaffer, Präsident der Sektion Zürich, zu 20 Minuten. Die Beschriftung im Tiefbahnhof Löwenstrasse sei schlecht – insbesondere im Vergleich zum Tiefbahnhof Museumstrasse. «Je nach Rolltreppe landet man in einem anderen Teil des HB», so Schaffer. «Ich weiss etwa von einer ortsunkundigen Familie, die mit dem 6er Tram Richtung Zoo wollte und fürs Umsteigen eine halbe Stunde brauchte.»

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