Aktualisiert 02.08.2012 18:05

Millionen-Los-BetrügerVerkäufer klaut Rentnerin Millionen-Gewinn

Eine Engländerin macht den grossen Gewinn bei Euro Millions. Doch der Kioskverkäufer erklärt der Rentnerin, dass sie eine Niete gezogen hat, weil er den Gewinn selbst einstecken will.

von
bee
Rentnerin Maureen Holt kann kaum glauben, dass sie von ihrem Verkäufer derart dreist betrogen wurde.

Rentnerin Maureen Holt kann kaum glauben, dass sie von ihrem Verkäufer derart dreist betrogen wurde.

Rentnerin Maureen Holt weilt mit ihrem Ehemann Fred an der Sonne in Spanien in den Ferien, als am 22. Juni der Gewinner bei Euro Millions gezogen wird. Kurz nach ihrer Rückkehr nach Oldham erkundigt sich die Engländerin in ihrem Kiosk, dem Best One Shop, ob ihr Los ein Glückstreffer war. Sie habe nichts gewonnen, verkündet Verkäufer Farrakh Nizzar der 77-Jährigen. «Soll ich das Los gleich wegwerfen?» fragt er sie deshalb. «Wenn es eine Niete ist, bitte sehr», antwortet die nichts ahnende Urgrossmutter.

Was sie nicht weiss: Nizzar denkt nicht daran, das Los in den Abfall zu schmeissen, denn er hält gerade eine Million Pfund in seinen Händen. Kurz nachdem Holt den Laden verlässt, ruft er die Lotteriegesellschaft an und behauptet, der Besitzer des Glücksloses zu sein. Dann überkommt ihn der Grössenwahn. Euphorisch erzählt er seinem Chef vom grossen Gewinn. Prahlt, was er sich mit dem Geld alles kaufen werde. Doch sein Vorgesetzter traut der Sache nicht.

Obwohl der Betrüger auf den Koran, seine Mutter und seinen Vater schwor, der rechtmässige Besitzer des Loses zu sein, stellt der Chef Nachforschungen an. Und kommt der dreisten Lüge seines Angestellten prompt auf die Schliche. Denn das Millionen-Los war in einem nahe gelegenen Supermarkt mit der Tesco-Karte der Rentnerin gekauft worden.

Freude von kurzer Dauer

Als er den jungen Mann mit den Tatsachen konfrontiert, nimmt dieser Reissaus. In den Urlaub würde er fahren, gibt er an, wohlweislich, dass er auf frischer Tat ertappt wurde. Doch seine Flucht ist von kurzer Dauer: die Polizei erwischt den «Millionär» an seinem Wohnort in Manchester. Diese Woche steht er in Oldham vor Gericht, am 20. August wird das Urteil erwartet.

Maureen Holt kann den Gewinn, und vor allem auch den Betrug, kaum fassen: «Ich kann es kaum glauben, dass er sowas getan hat. Immerhin wurde er gefasst. Mit dem Geld kann mein Mann endlich mit der Arbeit aufhören und wir können unseren Lebensabend geniessen», sagt sie der englischen Zeitung Daily Mail.

Kontrolle verschärfen

Mit dem Geld wollen die beiden Rentner ein neues Auto kaufen und ihr Haus in Oldham renovieren. Einen Teil des Gewinns will die überglückliche Millionärin auch der Grossfamilie zukommen lassen. Immerhin hat das Paar nebst sieben Grosskindern auch noch zwei Urenkel.

Trübsal bläst hingegen der Manager des Best One Shops: «Ich bin unglaublich enttäuscht. Vor allem weil dies Fred und Maureen passierte. Ich kenne die beiden seit Jahren, das sind so nette Leute», sagt Mohammed Yasin, einer der beiden Manager. Immerhin will er in Zukunft die Kontrolle verschärfen, so dass sich ein solch skuriller Fall nicht mehr wiederholen kann.

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