Krise in Tunesien: Verkäufer zündet sich in Tunis selbst an
Aktualisiert

Krise in TunesienVerkäufer zündet sich in Tunis selbst an

Déja vu in Tunesien: Aus Protest gegen die wirtschaftliche Misere im nordafrikanischen Land hat sich ein junger Verkäufer mitten in Tunis angezündet. Er wurde schwer verletzt.

Aus Protest gegen seine Lage hat sich am Dienstagmorgen in Tunesien ein junger Verkäufer angezündet und ist dabei schwer verletzt worden. «Hier ist die Jugend, die Zigaretten verkauft, hier ist die Arbeitslosigkeit», rief der junge Mann, bevor er sich anzündete.

«Gott ist gross», soll der Mann laut einem Augenzeugenbericht ausserdem gesagt haben. Der Verkäufer zündete sich in der Hauptstadt Tunis auf der zentralen Habib-Bourguiba-Allee an. Sofort stürzten sich demnach Passanten auf den Mann, um die Flammen zu löschen.

Vorbild Dezember 2010

Der junge Zigarettenverkäufer war nach dem Vorfall zwar bei Bewusstsein, konnte sich aber nicht bewegen. Er wurde mit schweren Brandverletzungen ins Spital gebracht. Die Allee war einer der Hauptschauplätze der tunesischen Rebellion, die am 17. Dezember 2010 ebenfalls mit der Selbstanzündung eines jungen Mannes begonnen hatte.

Zwei Jahre nach dem Aufstand, der zum Sturz des damaligen Staatschefs Zine al-Abidine Ben Ali geführt hatte, sind Armut und Arbeitslosigkeit in Tunesien noch immer grosse Probleme. Das Land steckt derzeit ausserdem in einer schweren politischen Krise, nachdem Anfang Februar der Oppositionspolitiker Chokri Belaïd ermordet worden war. (sda)

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