«Verkappte Glücksspiele» werden untersucht
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«Verkappte Glücksspiele» werden untersucht

Bei zwei Gewinnspielen am Fernsehen hat sich die zuständige Bundesbehörde eingemischt: Es handle sich um «verkappte Glücksspiele», heisst es.

Der Kanton Zürich untersucht jetzt die Fälle.

Ein Mitarbeiter beim Bundesamt für Justiz hatte die Spiele im Sommer entdeckt, zeitgleich ging zudem eine externe Anfrage ein, wie Reto Brand, Chef der Sektion Lotterien und Wetten, am Freitag einen Bericht der Pendlerzeitung «20 Minuten» bestätigte. Die Stelle untersuchte darauf die Spiele genauer und kam zum Schluss, dass es sich um «verkappte Glücksspiele» handelt.

Bei beiden Gewinnspielen, die auf Sat1 Schweiz und Viva Schweiz ausgestrahlt werden, müssen Bilderrätsel gelöst werden. Die Zuschauerinnen und Zuschauer können über eine 0901-Nummer anrufen, ein Anruf kostet 1.50 Franken. Per Zufallsgenerator werden dann Personen ausgewählt und ins Studio durchgestellt.

«Hier wird zwar die Illusion verbreitet, dass es sich um ein Geschicklichkeitsspiel handelt», sagte Brand. «Dies ist aber nicht der Fall.» Das Spiel sei sehr schwierig zu lösen und gleichzeitig sei es völlig zufällig, durchgestellt zu werden. «Es ist eine rein kommerzielle Abzockerei.»

Zuständig für Glücksspiele sind die Kantone. Deshalb leitete Brand den Fall an den Kanton Zürich weiter. Dieser befasst sich nun damit, wie Peter Schärer, im Kanton Zürich für das Lotteriegesetz zuständig, auf Anfrage sagte. Sollte ein Verstoss nachgewiesen werden, werde der Fall an den Strafrichter weitergeleitet. (sda)

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