Verkauf von 4000-jähriger Schrifttafel auf Ebay gestoppt
Aktualisiert

Verkauf von 4000-jähriger Schrifttafel auf Ebay gestoppt

Das Bundesamt für Kultur (BAK) und die Bundespolizei (fedpol) haben erstmals im Internet den Verkauf einer Keilschrifttafel aus dem Irak gestoppt.

Gegen den Verkäufer wurde Strafanzeige eingereicht, wie das BAK am Dienstag mitteilte.

Die schätzungsweise 4000 Jahre alte mesopotamische Keilschrifttafel entstamme vermutlich aus einer Raubgrabung und sei «mit grösster Wahrscheinlichkeit» illegal aus dem Irak ausgeführt worden, schrieb das BAK. Diese Keilschrifttafeln werden vom Internationalen Museumsrat (ICOM) auf der Roten Liste der besonders gefährdeten irakischen Kulturgüter geführt.

Der Handel mit irakischen Kulturgütern, die nach 1990 ausgeführt worden sind, ist in der Schweiz verboten. Das BAK hat daher gegen den in Zürich wohnhaften Verkäufer Strafanzeige eingereicht. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Busse bis 500 000 Franken oder eine Freiheitsstrafe.

Verhindert hat das BAK den Internet-Verkauf in Zusammenarbeit mit der Auktionsplattform eBay, der Kantonspolizei Zürich und den Bundesbehörden. Diese Koordination sei eine Premiere, schrieb das BAK. eBay stoppte die Auktion am Mittwoch. Das BAK benachrichtigte die Zürcher Kantonspolizei, welche die Keilschrifttafel in einem Lager des Verkäufers beschlagnahmte.

Die illegale Auktion entdeckt hatten renommierte Spezialisten für irakisches Kulturgut, die das deutsche Bundeskriminalamt auf das Angebot im Internet aufmerksam machten. Die deutschen Behörden wiederum informierten darauf die zuständigen Schweizer Stellen.

(sda)

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