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SBB-ProjektVerkaufen Ticket-Apps die Kundendaten?

Ab 2018 funktionieren die automatischen Billett-Apps Lezzgo und Fairtiq in der ganzen Schweiz. 20 Minuten gibt die Antworten zu den wichtigsten Fragen.

von
ehs
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Ab dem Jahr 2018 wird die Technologie der App Fairtiq in die SBB-Mobile-Preview-App integriert. Damit können Fahrten im öffentlichen Verkehr automatisch erfasst und abgerechnet werden.

Ab dem Jahr 2018 wird die Technologie der App Fairtiq in die SBB-Mobile-Preview-App integriert. Damit können Fahrten im öffentlichen Verkehr automatisch erfasst und abgerechnet werden.

Keystone/Manuel Lopez
Über die Fairtiq-App wurden bisher über 500'000 Tickets verkauft. Damit ist Fairtiq die zurzeit grösste Ticket-Erfassungs-App der Schweiz.

Über die Fairtiq-App wurden bisher über 500'000 Tickets verkauft. Damit ist Fairtiq die zurzeit grösste Ticket-Erfassungs-App der Schweiz.

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Neben Fairtiq können auch mit der App Lezzgo, hinter der die Berner Bahn BLS steht, automatisch Fahrten registriert und bezahlt werden.

Neben Fairtiq können auch mit der App Lezzgo, hinter der die Berner Bahn BLS steht, automatisch Fahrten registriert und bezahlt werden.

Keystone/Christof Schuerpf

Ab Anfang 2018 werden die Apps Lezzgo und Fairtiq, die automatisch Reisen im öffentlichen Verkehr erfassen und abrechnen, in der ganzen Schweiz verfügbar sein. In die SBB-Preview-App wird zudem nächstes Jahr die Technologie von Fairtiq integriert. Die Nachricht hat bei 20-Minuten-Lesern viele Fragen und Kritik provoziert. 20 Minuten und Fairtiq-CEO Gian-Mattia Schucan beantworten die drängendsten Fragen.

Antwort:«Der Kunde muss eine

ausreichende Akkuleistung für die gesamte Dauer der Fahrt garantieren», heisst es in den AGB von Fairtiq. Wenn das nicht möglich ist, muss ein Billett am Automaten oder Schalter gekauft werden. «Wie bei anderen Ticketing-Apps ist der Kunde dafür verantwortlich, dass sein Mobiltelefon funktionsfähig ist», sagt Fairtiq-CEO Gian-Mattia Schucan.

Antwort: Sparbillette gibt es mit der Fairtiq-App tatsächlich nicht mehr. Garantiert wird nur, dass die Kosten nicht höher werden als die Tageskarte der während eines Tages bereisten Zonen respektive Tarifverbünde. Bei mehreren Reisen am Tag ermittelt die App jeweils den besten Preis über alle Fahrten.

Antwort: Um die App nutzen zu können, müssen Pendler eine Visa- oder Mastercard-Kreditkarte besitzen. Für Swisscom-Kunden bietet sich als Alternative auch die Zahlungsmöglichkeit Easypay an. Dabei wird über die Telefonrechnung abgerechnet. Gian-Mattia Schucan sagt, auch die Bezahlung mit Postcard sei in Vorbereitung.

Antwort: Apps wie Lezzgo oder Fairtiq haben mit dem Swiss Pass an und für sich nichts zu tun. Die Lösungen funktionieren unabhängig voneinander.

Antwort: Sowohl Lezzgo als auch Fairtiq schliessen Werbung anhand der Kundendaten nicht kategorisch aus. «Sollte das in Zukunft zum Thema werden, wird jeder einzelne Nutzer gefragt, ob er dies zulassen will oder nicht», sagt Fairtiq-Chef Schucan. «Die Nutzung ist nicht daran gebunden, ob der Nutzer dies zulassen will.»

Antwort: «Die Daten der Nutzer werden nicht weiterverkauft. Dazu verpflichtet sich Fairtiq auch in seinen AGB», sagt Gian-Mattia Schucan.

Antwort: Es braucht nur eine App. Sowohl Lezzgo als auch Fairtiq sollen ab 2018 in der ganzen Schweiz funktionieren. Es handelt sich um Konkurrenzprodukte. Nutzer müssen nicht mehrere Apps installieren, sondern können sich für jene entscheiden, die ihnen am besten zusagt.

Antwort: «Fairtiq steht in Partnerschaft mit Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs», sagt CEO Schucan. «Diese entschädigen uns für den Betrieb in der jeweiligen Region.» Die Entschädigung hänge auch von der Anzahl der verkauften Tickets ab.

Antwort: Sowohl Lezzgo als auch Fairtiq betonen, sich an die schweizerischen Datenschutzbestimmungen zu halten. Bei Fairtiq heisst es, die Daten würden auf Servern in der Schweiz oder in der EU gespeichert. Die habe ein sehr strenges Datenschutzgesetz, sagt Gian-Mattia Schucan. «Die Daten werden so kurz wie möglich gespeichert. Ein Jahr nach der Fahrt werden die Nutzerdaten automatisch vollständig anonymisiert.» Die weitere Verwendung der Daten geschehe anonym. Zugriff auf die gemachten Fahrten hätten einzig die Mitarbeiter des Kundendiensts und einzelne Softwareentwickler. Auf die Daten, die mit der Fairtiq-App erhoben würden, habe etwa die SBB keinen Zugriff, sagt Schucan.

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