Corona-Richtlinien: Verkaufspersonal kämpft mit renitenten Maskenverweigerern
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Corona-RichtlinienVerkaufspersonal kämpft mit renitenten Maskenverweigerern

Für das Personal in den Einkaufsläden ist die Maskenpflicht eine besondere Hürde. Die Kontrolle der Kunden stellt eine Belastung dar.

von
Sven Forster
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Nicht in allen Läden wird die Maskenpflicht gleich gleich streng umgesetzt. 

Nicht in allen Läden wird die Maskenpflicht gleich gleich streng umgesetzt.

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Für das Personal in den Einkaufsläden ist die Maskenpflicht eine besondere Hürde. Die Kontrolle der Kunden stellt eine Belastung dar. 

Für das Personal in den Einkaufsläden ist die Maskenpflicht eine besondere Hürde. Die Kontrolle der Kunden stellt eine Belastung dar.

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Seit einigen Wochen ein gewohntes Bild: Beim Einkaufen tragen die meisten Kunden eine Maske.

Seit einigen Wochen ein gewohntes Bild: Beim Einkaufen tragen die meisten Kunden eine Maske.

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Maske auf und rein in den Laden. Dieser Prozess wurde mittlerweile zur Routine. Ausgenommen von der landesweiten Maskenpflicht beim Einkaufen sind Personen, die aus medizinischen Gründen keine Masken tragen können.

Diesen Umstand nutzen auch Corona-Skeptiker, um beim Einkaufen auf eine Maske zu verzichten. Für die Mitarbeiter in den Läden ist dies eine Belastung. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen. Gegenüber der «SonntagsZeitung» schreibt ein Detailhändler, es gebe Anpöbelungen, Strafandrohungen und es sei auch schon zu Tätlichkeiten gekommen. In einer Manor-Filiale in St. Gallen kam es zu einem Polizeieinsatz. Ein Kunde wollte kein Attest vorweisen und weigerte sich, den Laden zu verlassen. Die alarmierte Polizei wurde angespuckt.

Auch in einem Einkaufszentrum bei Luzern kam es kürzlich zu einem Polizeieinsatz.

«Personen ohne Masken werden angesprochen»

Bei der Migros gibt es widersprüchliche Aussagen zur Maskenpflicht. Auf Facebook schreibt eine Migros-Verantwortliche: «Wir machen die Leute auf die Maskenpflicht aufmerksam, können jedoch keine eigene Maskenpolizei ins Leben rufen». Die «SonntagsZeitung» fragt bei der Medienstelle nach. Ein Migros-Sprecher schreibt: «Wir empfehlen Menschen mit Maskendispens, den Nachweis beim Einkaufen mit sich zu führen, selber tätigen wir allerdings keine unverhältnismässigen Abklärungen dazu.» Auf die Nachfrage, ob das Personal auch Atteste kontrolliert, sagt der Sprecher: «Nein, die meisten weisen sich übrigens von sich aus proaktiv aus.»

Dieses Verhalten entspricht nicht den Vorgaben des BAG. Ein Sprecher dazu: Falls jemand keinen Nachweis erbringt, «hat der Betreiber das Recht und die Pflicht, dieser Person den Eintritt zu verweigern beziehungsweise sie aus dem Laden zu verweisen. Nach der Konfrontation mit dieser Aussage heisst es bei der Migros-Medienstelle: «Personen ohne Masken werden angesprochen. Wer kein Attest hat, muss eine Maske kaufen oder darf nicht einkaufen.»

Manor begleitet seine Kunden im Laden

Bei den Angestellten klingt es nicht ganz so eindeutig. Eine Mitarbeiterin in einer Filliale sagt: Es könne schon vorkommen, dass man nach einer Dispens frage. In einer anderen Filiale heisst es: «Einfach sagen, dass sie eine Dispens haben, das reicht.»

Nicht alle Läden regeln die Maskenpflicht gleich. Während Ikea keine Kunden ohne Maske in den Laden lässt, begleitet Manor seine Kunden mit einem Attest persönlich, um den Mindestabstand einhalten zu können. Aldi, Lidl und Coop gehen laut eigenen Aussagen gegen Maskenverweigerer ohne Attest vor.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Pro Juventute, Tel. 147

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