Aktualisiert 31.05.2011 20:46

Zu sexistisch?Verkaufsstopp für Kampf-Game gefordert

Weil Gamer im Spiel «Dead or Alive: Dimensions» minderjährigen Kämpferinnen unter den Rock schauen können, fordern Experten einen Verkaufsstopp.

von
Zora Schaad
Knapp bekleidete 16- und 17-jährige Hauptfiguren im Spiel «Dead or Alive: Dimensions».

Knapp bekleidete 16- und 17-jährige Hauptfiguren im Spiel «Dead or Alive: Dimensions».

In Schweden, Dänemark und Norwegen kam das Spiel wegen Verdacht auf Kinderpornographie gar nicht erst in die ­Läden. In der Schweiz dagegen kann das Kampfsport-Game seit dem 20. Mai problemlos gekauft werden. Doch unter Experten und Politikern macht sich Unmut breit: Stein des Anstosses ist ein spezieller Fotomodus, der den Gamern Nahansichten erlaubt – auch unter die Röcke der laut Spielbeschrieb erst 16- und 17-jährigen, knapp bekleideten Hauptfiguren kann gezoomt werden.

Absolut unhaltbar findet das Roland Näf, Gründer der Vereinigung gegen mediale Gewalt. Er fordert einen «unverzüglichen Verkaufsstopp dieses sexistischen Games». Weiter moniert Näf, dass es in der Schweiz «kaum Rechts­mittel gegen Gewalt und Sexismus in Spielen» gebe. Auch Frédéric Arneberg, Vertriebsleiter von Gameswelt Schweiz, hält ein Verbot für prüfenswert. «Dass Nintendo das Alter der Kämpferinnen so tief an­gesetzt hat, halten wir für sehr ungeschickt.» Julia Gerber­-Rüegg kritisiert, dass «mit der Sexualisierung Minderjähriger Geschäfte gemacht werden». Die Co-Präsidentin der SP-Frauen plädiert für die Schaffung einer Ombudsstelle.

Bei der Waldmeier AG, Distributor von Nintendo in der Schweiz, sieht man dagegen keinen Handlungsbedarf. Auch Media Markt gibt an, das Spiel nicht aus dem Sortiment entfernen zu wollen.

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