Aktualisiert 17.08.2019 11:34

Nextmove vs. TeslaVerkauft E-Pionier Tesla Occasionen als neu?

Zwischen dem deutschen Elektroauto-Vermieter Nextmove und Tesla ist ein Streit entbrannt. Nextmove bringt Details an die Öffentlichkeit.

von
Dave Schneider
17.8.2019
Ende 2018 bestellte Nextmove 100 Tesla Model 3. Als im Frühjahr die ersten 15 Fahrzeuge ausgeliefert wurden, sei nur jedes vierte Neufahrzeug ohne Mängel gewesen  die Autos wurden zum Teil nicht einmal verkehrstüchtig geliefert.

Ende 2018 bestellte Nextmove 100 Tesla Model 3. Als im Frühjahr die ersten 15 Fahrzeuge ausgeliefert wurden, sei nur jedes vierte Neufahrzeug ohne Mängel gewesen die Autos wurden zum Teil nicht einmal verkehrstüchtig geliefert.

Tesla

Um es gleich vorwegzunehmen: Stefan Moeller ist kein Tesla-Hasser, ganz im Gegenteil – der Geschäftsführer des Elektroauto-Vermieters Nextmove ist eigentlich ein grosser Fan dieser Marke, schreibt «Autohaus Online». Er fährt privat seit Jahren einen Tesla und nennt das neue Model 3 «das beste Elektroauto der Welt».

Dennoch rechnet Stefan Moeller nun in aller Öffentlichkeit mit dem kalifornischen Hersteller ab, und redet sich auf Youtube sämtlichen Frust von der Seele. Doch was ist geschehen?

Tesla stornierte die Bestellung

Ende 2018 bestellte Nextmove 100 Tesla Model 3. Als im Frühjahr die ersten 15 Fahrzeuge ausgeliefert wurden, sei nur jedes vierte Neufahrzeug ohne Mängel gewesen – die Autos seien zum Teil nicht einmal verkehrstüchtig gewesen. Nextmove einigte sich danach zunächst mit Tesla Deutschland über einen Prozess zur mangelfreien Übergabe beziehungsweise zur termingerechten Reparatur, doch nur Stunden danach sei diese Vereinbarung von Tesla zurückgenommen worden, wie Stefan Moeller in einer ausführlichen Video-Botschaft (siehe Video unten) zum ganzen Vorfall erläutert. Nach dem Ablauf eines 24-Stunden-Ultimatums wurde die restliche Bestellung von 85 weiteren Fahrzeugen im Wert von rund fünf Millionen Euro von Tesla storniert, wie Nextmove schildert.

«Teils gravierende Mängel»

Die fabrikneuen Tesla Model 3, die Nextmove nach Bezahlung und lediglich kurzer Begutachtung hätte übernehmen sollen, hätten nach Aussagen des Autoverleihers teils gravierende Mängel gehabt: defekte Reifen, Lack- und Karosserieschäden, defekte Laderegler, falsche Kabelbäume oder fehlende Notruftasten. Mängel, die aus Sicht von Nextmove die Sicherheit der Kunden und die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens gefährdet hätten.

«Das alles zeigt, dass Tesla in einer Servicehölle steckt, nachdem zumindest die Produktionshölle überwunden scheint», sagt Geschäftsführer Stefan Moeller. Tesla sei offenbar nicht gewillt oder nicht in der Lage, einem grossen Flottenbetreiber wie Nextmove Fahrzeuge ohne gravierende Mängel zu übergeben. «Wir wissen nicht, ob wir ein Einzelfall sind oder generell so mit Geschäftspartnern umgesprungen wird». In Internetforen ist zu lesen, dass auch der niederländische E-Vermieter EC-Rent mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat.

Occasionen als Neuwagen

Der Fall wird aber noch schlimmer. In den letzten Monaten bestellte Nextmove vier Tesla Model 3 über das Internet. «Das Resultat war, dass uns Tesla nachweislich Fahrzeuge als neu anbot, die bereits einmal auf eine Privatperson zugelassen waren», sagt Moeller. So hätte die Firma laut Moeller nicht einmal die Umsatzsteuer geltend machen können, von E-Förderprämien ganz zu schweigen.

Und schon früher habe es Schwierigkeiten mit Reparaturen von Tesla-Fahrzeugen gegeben: So warte Nextmove seit mehr als zwei Jahren auf den versprochenen neuen Sitz eines Tesla Model X, der mit einem Loch ausgeliefert worden sei. Seit drei Monaten könne ein Tesla Model 3 mit Unfallschaden nicht vermietet werden, weil kein neuer Kotflügel lieferbar sei.

Trotzdem bringt Moeller Verständnis für den E-Pionier auf: «Wir wissen, dass Tesla grösste Herausforderungen bewältigen musste, weil zeitgleich in Europa und China mit den Auslieferungen begonnen wurde. Aber mittlerweile müsste es doch möglich sein, nicht nur jedes vierte Fahrzeug ohne Mängel zu übergeben».

Dennoch sei es nun an der Zeit gewesen, publik zu machen, was in den vergangenen Monaten im Hintergrund zwischen Tesla und Nextmove passiert sei, so Moeller.

Verkauft E-Pionier Tesla Occasionen als neu?

Zwischen dem deutschen Elektroauto-Vermieter Nextmove und Tesla ist ein Streit entbrannt. Nextmove bringt Details an die Öffentlichkeit.

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