Verkehr und Haushalt als Klimakiller
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Verkehr und Haushalt als Klimakiller

Das Potenzial für Reduktionen sei vor allem im Verkehr und in den Privathaushalten hoch, die zusammen in der Schweiz für über 70 Prozent des CO2-Ausstosses verantwortlich seien, sagt das Klima-Gremium des Bundes. Bundesrat Leuenbergers Reduktionsziele seien nur eine Minimallösung.

Bei der Reduktion der Treibhausgase will das Beratende Organ für Fragen zur Klimaänderung (OcCC) weiter gehen als Bundesrat Moritz Leuenberger. Dessen letzte Woche vorgestelltes Reduktionsziel sei nur eine «Minimallösung».

Grundsätzlich stehe das OcCC im Einklang mit Leuenbergers Vorschlag einer umfassenden Lenkungsabgabe auf Treibhausgasen, sagte Kathy Riklin, OcCC-Präsidentin und Zürcher CVP-Nationalrätin, am Freitag. Neben der Lenkungsabgabe müssten aber zusätzlich auch strengere Normen eingeführt und Innovationen gefördert werden.

Am Willen fehlt es

Technologien, die weniger CO2 ausstossen, gebe es bereits, sagte OcCC-Mitglied Thomas Bürki. Doch fehle häufig der Wille, diese sauberen Technologien einzusetzen. Die Politik müsste laut Bürki strengere Vorschriften erlassen - etwa zum Treibstoffverbrauch im Verkehr. So würde auf umweltfreundlichere Technologien umgestellt.

Das Potenzial für Reduktionen sei vor allem im Verkehr und in den Privathaushalten hoch, die zusammen in der Schweiz für über 70 Prozent des CO2-Ausstosses verantwortlich seien. Für Gebäude wäre eine möglichst flächendeckende Anwendung des Minergie- Standards wünschenswert, sagte Bürki.

Rahmengesetz schaffen

Das Organ empfiehlt dem Bund zudem für die Klimapolitik nach dem 2012 auslaufenden Kyoto-Protokoll ein Rahmengesetz, in dem die Anstrengungen zur Klimafrage zusammengefasst werden. Das formulierte Ziel, bis 2020 den CO2-Ausstoss gegenüber 1990 um 20 Prozent zu verringern, dürfe nicht unterschritten werden.

Wenn die Schweiz konkrete nationale Massnahmen beschliesse, könne sie auch die internationalen Verhandlungen zur Treibhausgas- Reduktion mitgestalten, argumentiert das OcCC. Schliesslich müsse sich die Schweiz auch an den EU-Zielen zur CO2-Reduktion orientieren und diese mitvertreten.

Auch wirtschaftliche Vorteile

Das OcCC fordert weiter, dass der wirtschaftliche Nutzen einer effizienten Energienutzung ins Zentrum der Diskussionen gerückt werde. Viele Unternehmen hätten nämlich bereits Kosteneinsparungen erzielen können, indem sie in energieeffiziente Technologien investierten.

Bundesrat Leuenberger hatte in der letzten Woche angekündigt, er setze in der künftigen Schweizer Klimapolitik auf eine umfassende Klima-Abgabe auf Treibhausgasen. Technische Regulierungen hatte Leuenberger indes abgelehnt, weil sie zu drastischen Verschärfungen führen würden.

(dapd)

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