Wintereinbruch: Verkehrschaos und Lawinengefahr
Aktualisiert

WintereinbruchVerkehrschaos und Lawinengefahr

Mit bis zu 70 cm Schnee in den Bergen haben sich die Vorboten des Winters eindrücklich in Szene gesetzt. Vor allem in Graubünden hat es auf den Strassen gekracht.

Der Wintereinbruch hat den Kanton Graubünden besonders stark erwischt. Über das Wochenende musste die Kantonspolizei Graubünden zu mehr als 20 Verkehrsunfällen ausrücken, wie sie am Sonntag mitteilte. Mehrere Personen wurden leicht verletzt.

Zwischen Davos und Klosters geriet ein Reisecar ins Rutschen und blockierte die Strasse. Für die Bergung musste der Wolfgangpass vorübergehend gesperrt werden, was zu Staus in beiden Richtungen führte.

Laut Polizei waren zahlreiche Lenker mit der Sommerausrüstung unterwegs, obwohl der Wintereinbruch mit Schneefall bis in Tiefe Lagen angekündigt worden sei.

Strecken unterbrochen

Zwischen Sedrun und Disentis musste die Matterhorn Gotthard Bahn die Bahnstrecke am Sonntag teilweise sperren, weil wegen der Schneefälle eine Stromleitung ausfiel. Dies sagte ein Sprecher der Bahn zur Nachrichtenagentur sda.

Vorübergehend unterbrochen war am Sonntagmorgen auch die Strecke Chur-Arosa der Rhätischen Bahn (RhB). Ein Baum fiel auf die Fahrleitung, wie RhB-Sprecher Peider Härtli der sda sagte. Die Strecke konnte um 10 Uhr wieder freigegeben werden.

Verkehrschaos in den Bergen

Mit dem Ferienbeginn in zahlreichen Kantonen ist am Wochenende das Verkehrsaufkommen gestiegen. Vor dem Gotthardtunnel Richtung Süden stauten sich ab Samstagvormittag die Autos auf einer Länge von bis zu 11 Kilometern. Auf der anderen Seite des Tunnels konnten die Autofahrer den Rückkehrern zuwinken.

Denn auch auf der Südseite des Gotthards staute sich der Verkehr. Am Samstag wuchs die Blechschlange zwischen Quinto und Airolo auf 5 Kilometer an, am Sonntag auf 6 Kilometer. Mit ein Grund für die Staus war der Schnee, der zu zahlreichen Passschliessungen führte.

So sind gemäss Webseite des TCS folgende Pässe gesperrt: Albula, Flüela, Gotthard, Grimsel, Grosser St. Bernhard, Klausen, Nufenen, Oberalp, San Bernardino, Susten und Umbrail.

Der Schnee brachte nicht wenige Autofahrer in Verlegenheit. Die Hauptstrasse Göschenen-Andermatt musste am Samstagnachmittag während einer Stunde gesperrt werden, weil Fahrzeuge steckengeblieben waren. Auch danach herrschten gemäss Mitteilung des Verkehrsinformationsdienstes Viasuisse auf diesem Abschnitt sowie zwischen Hospental und Realp prekäre Bedingungen.

Viel Schnee - bis hin zu Lawinengefahr

In den Nordbündner Tälern sowie im Glarnerland fiel bis Sonntag Schnee bis auf 600 Meter. In der Höhe gab es in Nord- und Mittelbünden, aber auch im Berner Oberland zwischen 30 und 50 Zentimeter Schnee, in den Glarner Alpen sogar 70 Zentimeter. Dies geht aus dem Bulletin des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) hervor.

MeteoSchweiz mass in Arosa am Sonntag 53 Zentimeter Schnee, in Disentis 35 Zentimeter. Im Wallis fielen zwischen 10 und 30 Zentimeter. Wegen des starken Windes kam es zu grossen Schneeverwehungen, weshalb MeteoSchweiz auch vor Lawinengefahr warnt.

Die Schynige-Platte-Bahn im Berner Oberland musste am Sonntag wegen Lawinengefahr gar den Betrieb einstellen, wie sie mitteilte. Da aber die Wetterprognosen einen Temperaturanstieg voraussagen, werde die Bahn voraussichtlich am Dienstag den Betrieb wieder aufnehmen.

Laut MeteoSchweiz schnellt die Schneefallgrenze in der Nacht auf Montag in die Höhe auf zwischen 2200 und 3000 Meter.

Freie Fahrt nach Basel

Erfreut war am Samstag die SBB, als sie die Freigabe der alten und neuen Hauensteinlinie bekannt geben konnte - 24 Stunden früher als geplant. So verkehren nach dem Zugunfall beim Bahnhof Olten vom Donnerstagabend auch die S-Bahn-Züge seit Betriebsbeginn am Sonntag wieder normal.

Zwar gebe es nach der Entgleisung noch weitere Reparaturarbeiten zu erledigen, sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig der sda. Diese sollten den Bahnverkehr jedoch nicht mehr beeinträchtigen.

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(sda)

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