SlowUp : Verkehrsdienst liess Notfallarzt nicht durch
Aktualisiert

SlowUp Verkehrsdienst liess Notfallarzt nicht durch

Am SlowUp wurde ein Notfallarzt bei der Absperrung vom Verkehrsdienst aufgehalten. Der Patient wäre fast verblutet. Jetzt hagelt es Kritik.

von
Maja Sommerhalder
Teile von Rapperswil und Umgebung wurden für den SlowUp gesperrt.

Teile von Rapperswil und Umgebung wurden für den SlowUp gesperrt.

Einem Mann aus Rapperswil war eine Ader geplatzt. Beinahe wäre er in Ohnmacht gefallen, so stark blutete er aus der Nase. Er kontaktierte den Notarzt, der mit seinem Privatauto sofort losfuhr. Die Stadt war jedoch am Sonntag wegen des SlowUps gesperrt.

Der Arzt, der anonym bleiben möchte, zeigte dem Verkehrsdienst seinen Ausweis und sagte den Beamten, dass es sich um einen Notfall handle. Doch der Zugang wurde ihm verwehrt. «Ich musste im Stau warten.» Erst nach ewiger Diskussion sei er durchgelassen worden: «Der Patient hätte auch sterben können.» Laut der «Zürichsee-Zeitung» hat der Arzt nicht zum ersten Mal solche Probleme: «Mir wurde schon vorgeworfen, ein Schwindler zu sein, und dass ich mir mit dem Ausweis nur Zugang zu abgesperrten Gebieten verschaffen wolle.» Er fordert deshalb ein Erkennungszeichen für Notfallärzte.

Verantwortlich für den Vorfall am ­SlowUp will offenbar niemand sein: «Der Verkehr wurde von Kadetten der Stadt und nicht von der Polizei geregelt», sagt Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kapo

St. Gallen. Die Stadt verweist auf Anfrage an die Verkehrskadetten selber. Dort wiederum heisst es, der Vorfall sei nicht bekannt. Auch Thomas Bärlocher vom ­SlowUp-OK weiss von nichts: «Wir sind offen für Verbesserungen in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Notfallärzten.»

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