Aktualisiert 21.11.2017 08:40

Stadt ZürichVerkehrssünder-Kamera bringt 5000 Fr pro Nacht

Eine Kamera im Zürcher Kreis 4 filmt seit Ende Juni alle Autofahrer, die das Nachtfahrverbot missachten. Die Bussen von jeweils 100 Franken spülen viel Geld in die Stadtkasse.

von
wed
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So sieht das Gerät aus, das seit Donnerstag, 22. Juni 2017 die Zufahrten ins Nachtfahrverbotsgebiet westlich der Zürcher Langstrasse kontrolliert.

So sieht das Gerät aus, das seit Donnerstag, 22. Juni 2017 die Zufahrten ins Nachtfahrverbotsgebiet westlich der Zürcher Langstrasse kontrolliert.

Die automatische Zufahrtskontrolle ist nicht zuletzt wegen der Anwohner eingeführt worden. Sie hatten dafür gekämpft – beispielsweise mit dieser Demo am 9. April 2016.

Die automatische Zufahrtskontrolle ist nicht zuletzt wegen der Anwohner eingeführt worden. Sie hatten dafür gekämpft – beispielsweise mit dieser Demo am 9. April 2016.

rom
Bis Sommer 2015 sorgte hier eine Barriere nachts für Ordnung. Doch aus Kostengründen – das Bedienen und der Unterhalt kosten Geld – hatte die Stadt diese abgeschafft.

Bis Sommer 2015 sorgte hier eine Barriere nachts für Ordnung. Doch aus Kostengründen – das Bedienen und der Unterhalt kosten Geld – hatte die Stadt diese abgeschafft.

rom

Zwischen 22 und 3 Uhr kontrolliert eine Kamera seit dem 22. Juni 2017 die Nummernschilder sämtlicher Fahrzeuge, die in die Nachtfahrverbotszone westlich der Langstrasse fahren. Der rund 80'000 Franken teure Testversuch dauert noch bis Mitte Dezember. Bereits jetzt ist aber klar: Die Kamera ist für die Stadt Zürich jeden Rappen wert.

Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» äussert sich Heiko Ciceri von der Stadtzürcher Dienstabteilung Verkehr zu den Zahlen für den Zeitraum vom 22. Juni bis zum 31. Oktober. Insgesamt seien während dieser Zeit 6500 Übertretungen festgestellt worden, die jeweils mit 100 Franken gebüsst wurden. Heisst: Total 650'000 Franken Einnahmen für die Stadt Zürich während etwas mehr als vier Monaten. Im Schnitt erwischt die Kamera im Kreis 4 pro Nacht 50 Autos.

Es ist also keine Überraschung, dass das Departement von Stadtrat Richard Wolff (AL) die Kamera definitiv in Betrieb nehmen möchte. Zuerst wolle man die Testphase aber ordentlich abschliessen und auswerten. Eine Ausweitung auf andere Stadtzürcher Strassen, wo ein Nachtfahrverbot gilt, sei ebenfalls «durchaus denkbar», wie Ciceri gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagt.

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