Digitales Vermächtnis: Verklagt Bruce Willis Apple - wegen iTunes?
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Digitales VermächtnisVerklagt Bruce Willis Apple - wegen iTunes?

Die über iTunes erworbenen Songs gehören nicht für alle Ewigkeit dem Käufer - sagen Apple und die US-Musikindustrie. Dies will ausgerechnet ein Hollywood-Star nicht hinnehmen.

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Wollte Bruce Willis seine iTunes-Musiksammlung vererben, müsste er zu einem nicht legalen Trick greifen. Das hat weniger mit Apple, sondern mehr mit den Rechteinhabern, sprich der Musikindustrie, zu tun.

Wollte Bruce Willis seine iTunes-Musiksammlung vererben, müsste er zu einem nicht legalen Trick greifen. Das hat weniger mit Apple, sondern mehr mit den Rechteinhabern, sprich der Musikindustrie, zu tun.

Bruce Willis mag Millionen auf dem Konto haben, doch das viele Geld scheint dem Hollywood-Star für einmal nichts zu nützen. Aus den USA erreichen uns Gerüchte, wonach der Schauspieler, der gerne den harten Burschen mimt, eine Gerichtsklage gegen Apple prüft. Dabei soll es um die beachtliche digitale Musiksammlung gehen, die Willis in den letzten Jahren via iTunes gekauft habe. Sein Problem: Sollte er sterben, könnte er die rechtmässig erworbenen Songs nicht auf legalem Weg an seine Töchter vererben.

Auch wenn die Gerüchte von Klatschblättern mit eher zweifelhaftem Ruf stammen: Das Problem ist nicht wegzudiskutieren. Der Technologie-Blog Venture Beat stellt die entscheidende Frage, die neben dem Hollywood-Star Millionen von Apple-Kunden rund um den Globus betrifft: «Wem gehört deine Musik, wenn du stirbst?»

Der Teufel steckt im Detail

Apple hat bislang keine offizielle Stellungnahme verlauten lassen. Der US-Konzern steht kurz vor der Lancierung des neuen iPhones - und ist bekannt für sein beharrliches Schweigen bei unbequemen Fragen.

Auch wenn man sich einen populären Zeitgenossen wie Bruce Willis nur ungern zum Feind macht: Als treuer Apple-Kunde sollte er wissen, dass der Teufel im Kleingedruckten steckt.

Venture Beat fasst die harten Tatsachen zusammen: Wer bei iTunes einen Song kauft, erwirbt damit nicht alle Rechte an dem besagten Werk. Eigentlich bezahle man nur für das Recht, den Song zu hören und auf verschiedenen Geräten abzuspielen. In den schriftlichen Vertragsbedingungen des iTunes Store, die man als Käufer akzeptieren muss, wird dies sinngemäss als nicht-übertragbare Lizenz bezeichnet. Apple gibt dem Nutzer eine digitale Kopie des Songs - aber im Kleingedruckten steht, dass man ihn nicht besitzt. Das bedeutet: Wenn Bruce Willis das Zeitliche segnet, sterben auch die abgeschlossenen Musik-Lizenzen.

Die Musikindustrie hat Angst

Die meisten Leute seien sich dieser Vertragsbedingungen nicht bewusst, schreibt Venture Beat. Insbesondere weil Apple die heruntergeladenen Dateien nicht mit einem Kopierschutz versehe. Wenn nun Willis seine umfangreiche Musiksammlung an seine Töchter vererben wolle, könnte er dies durchaus tun. Dazu müsste er alle Songs auf die Festplatte herunterladen und sie kopieren. Das wäre zwar nicht legal, würde aber funktionieren.

Das Thema beschäftige die grossen amerikanischen Musik-Label schon seit Jahren, heisst es im Bericht. Dahinter verberge sich die Angst der Rechteinhaber: Sie befürchten sinkende Verkaufszahlen, wenn einmal erworbene Songs gratis an Familienangehörige oder Freunde weitergegeben werden können. Dies sei offensichtlich nicht passiert, hält Venture Beat fest. Zudem habe Apple mit den Musik-Labels einen Deal abgeschlossen, um sie an den Einnahmen des Online-Musikabgleichdienstes iTunes Match zu beteiligen. Der Betrag hänge davon ab, wie viele lizenzierte Songs der Nutzer in der Sammlung habe.

Schweizer Branchenverband nimmt Stellung

20 Minuten Online hat den Schweizer Musikbranchenverband IFPI um eine Stellungnahme gebeten. Der IFPI-Geschäftsführer Lorenz Haas will sich nicht zur Wirksamkeit der allgemeinen Geschäftsbedingungen des amerikanischen iTunes Stores äussern. Der Rechtsanwalt zieht aber die rechtlichen Schlüsse des US-Blogs Venture Beat in Zweifel. «Für einen analogen Fall in der Schweiz wäre nicht einzusehen, warum eine Musiksammlung nicht vererbbar sein soll.» Auch die Behauptung, die Musiklabels befürchten, dass Songs gratis an Familienangehörige oder enge Freunde weitergegeben werden, sei unbegründet: «Dies wäre eine zulässige Privatkopie, wofür die Labels und Künstler durch die Leerträgerabgabe vergütet werden.»

Update 4. September

Nach den Medienberichten in den USA hat die Frau von Bruce Willis via Twitter auf die Gerüchte reagiert, wie mashable.com berichtet. Die Story stimme nicht, habe Emma Hemming-Willis geschrieben. Nichtsdestotrotz handle es sich um eine interessante Frage, was mit den digitalen Inhalten passiere.

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