Aktualisiert 27.10.2009 22:13

Undercover-JournalistVerkleideter Autor zeigt Rassismus auf

Wie lebt es sich als Somalier in Deutschland? Günter Wallraff wollte es wissen. Der Undercover-Journalist setzte sich eine Afro-Perücke auf und liess sich dunkel anmalen.

Ausgerüstet mit Mikrofonen und einer Minikamera macht er auf den alltäglichen Rassismus aufmerksam. Ein Kamerateam begleitet ihn unauf­fällig. Entstanden ist der Film «Schwarz auf Weiss». In Köln scheitert der Autor, der sich Kwami Ogonno nennt, beim Versuch, eine Wohnung anzumieten, in Cottbus wird er von Fussball-Fans angepöbelt. Er ist unerwünscht auf dem Campingplatz, in der Wandergruppe und in der Beiz und muss sich Sprüche wie «Afrika für Affen, Europa für Weisse» oder «Du bist ein Neger» anhören. Die Abneigung gegen Schwarze, der er in Ost und West gleichermassen heftig begegnete, habe auch ihn selbst «sehr überrascht», sagte Wallraff.

Der 67-jährige Kölner Autor, der immer wieder unter falscher Identität die gesellschaftliche Realität entlarven will – etwa als «Bild»-Reporter oder türkischer Gastarbeiter –, schildert seine Erlebnisse als Schwarzer in Deutschland auch in seinem jüngsten Buch «Aus der schönen neuen Welt – Expeditionen ins Landesinnere». Wallraff ist am 15. Dezember zu Gast im Zürcher Kaufleuten. Er hält eine Lesung und wird danach von einem Journalisten interviewt.

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