Messi bricht sein Schweigen - «Letztes Jahr wollte ich gehen, aber nun nicht» – Messi weint hemmungslos

Messi bricht sein Schweigen«Letztes Jahr wollte ich gehen, aber nun nicht» – Messi weint hemmungslos

Um 12 Uhr äusserte sich Lionel Messi an einer Pressekonferenz. Nach seinem Aus bei Barcelona, gab es zuletzt immer mehr Gerüchte um einen Transfer zu PSG. Einen Transfer bestätigte der Superstar aber noch nicht.

von
Nils Hänggi

Der sechsmalige Weltfussballer Lionel Messi hat am Sonntagmittag seinen Abschied vom FC Barcelona unter Tränen noch einmal selbst bestätigt. «Heute muss ich tatsächlich auf Wiedersehen sagen», sagte der 34-Jährige: «Nach 21 Jahren. Ich wollte hier bleiben aber es hat leider nicht geklappt. Letztes Jahr wollte ich gehen, aber nun nicht.»

Mit schwerer Stimmte meinte der Superstar: «In den vergangenen Tagen habe ich viel nachgedacht, was ich eigentlich sagen kann. Die Wahrheit ist: Mir fällt einfach nichts ein.» Und: «Mir gehen derzeit so viele Gedanken durch den Kopf. Ich muss zugeben, dass ich derzeit etwas blockiert bin. Es ist schon viel, jetzt diesen Verein zu verlassen, mein Leben komplett zu verändern. Was jetzt folgt, wird schwierig. Für mich und auch meine Familie, da sie in der Stadt bleiben möchte. Aber ich muss nach vorne schauen. Auch wenn das schwierig wird.»

«PSG ist eine Möglichkeit»

Ein neuer Vertrag mit Barcelona sei auch wegen finanziellen Beschränkungen der Liga nicht zustande gekommen, meinte Messi. Damit bestätigte der Superstar die Worte des Präsidenten Laporta, der sich am Freitag äusserte. «Wie der Präsident sagte, der Verein hat Schulden, es war nicht möglich zu bleiben. Jetzt fokussiere ich mich auf meine Karriere und werde schauen, wie es weitergeht», so Messi. «Alles was ich weiss, ist, dass wegen der Liga die Vertragsverlängerung letztendlich nicht zu Stande gekommen ist.»

Wohin es nun gehen wird, wollte Messi nicht konkret beantworten. «Wir sprechen über viele Dinge», sagte der sechsmalige Weltfussballer. «Bisher habe ich nichts vereinbart. Viele Clubs sind interessiert. Aber PSG ist eine Möglichkeit.» Der 34-Jährige wird mit dem französischen Spitzenclub Paris Saint-Germain in Verbindung gebracht, die Verhandlungen sind Medienberichten zufolge weit fortgeschritten. Laut «L’Équipe» sollte Messi womöglich noch am Sonntag den Medizincheck bei PSG absolvieren, spätestens aber an diesem Montag.

Vor den ersten Worten weinte er

Wenn Messi irgendwann mit seinem neuen Club nach Barcelona zurückkehrt, will er dennoch nur eines: den Sieg. «Ich werde jetzt zu einem anderen Team gehen und dort alles geben für den Erfolg», so der Argentinier, der bei diesen Worten sogar ein wenig lächeln konnte. «Ich will die Champions League wieder gewinnen», sagte er: «Ich möchte so viele Titel holen wie möglich.»

Doch auch wenn Messi hier ein wenig lächelte, die gesamte Pressekonferenz konnte man insbesondere mit einem Wort beschreiben: emotional. Denn bevor Lionel Messi überhaupt zum Mikrofon trat, brach der argentinische Superstar direkt in Tränen aus. Dem 34-Jährigen ging der Abschied von seinem Herzensverein sichtlich nah.

Und nicht nur ihm. Als Messi seine Ansprache beendet hatte, erhoben sich seine ehemaligen Mitspieler, die zum Abschied des grössten Vereinsidols gekommen waren, und applaudierten. Auch in ihren Gesichter stand die Traurigkeit über das letztlich völlig überraschende Ende der einzigartigen Beziehung zwischen dem FC Barcelona und Messi.

Die Pressekonferenz ist unten zu lesen.

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Sonntag, 08.08.2021

Und das war die Pressekonferenz

Ich bedanke mich für das Lesen. Hier folgt in Kürze ein kleiner Text.

Viele aktive und ehemalige Barcelona-Spieler sind im Raum

Du meintest, du wolltest bleiben. Nun gehst du aber. Warum?

«Wie der Präsident sagte, der Verein hat Schulden, es war nicht möglich zu bleiben. Jetzt fokussiere ich mich auf meine Karriere und werde schauen, wie es weitergeht.» Weiter wiederholt Messi die Sachen, die bereits Barcelona-Präsident Laporta sagte.

Wie fühlt er sich, wenn er mit einem anderen Team nach Barcelona zurückkehrt?

«Wenn ich hier nach Barcelona zurückkomme, werde ich alles geben, um zu gewinnen. Diesen Moment will ich ausserdem dazu nutzen, um Dani Alves zu gratulieren. Er hat am Samstag mit Brasilien die Olympia-Goldmedaille geholt. Aber ja, wo war ich? Zurück zur Frage: Ich werde jetzt zu einem anderen Team gehen und dort alles geben für den Erfolg. Ich wollte hier bleiben aber es hat leider nicht geklappt. Letztes Jahr wollte ich gehen, aber nun nicht.»

Was hat das Foto mit den PSG-Stars zu bedeuten?

«Das Foto entstand in Ibiza, ich war einen Tag dort mit Freunden. Das Foto mit den PSG-Spielern entstand ohne Grund. Es war Spass, weil zu diesem Zeitpunkt alle sagten, dass ich zu PSG wechseln würde.»

Will er was dem Liga-Präsidenten sagen?

Hier stockt Messi kurz. Und sagt dann: «Ich weiss es nicht. Alles was ich weiss, ist, dass wegen der Liga die Vertragsverlängerung letztendlich nicht zu Stande gekommen ist. Ganz ehrlich: Jetzt habe ich zu Jaiver Tebas und der Liga nichts mehr zu sagen.»

Und nochmals ...

«Ich wollte bleiben. Wirklich. Ich habe nie jemanden hintergangen.»

Wann hat er gemerkt, dass es vorbei ist?

«Ich ging mit dem Präsidenten Mittag essen, nach diesem Essen war ich überzeugt, dass es weitergehen würde. Doch danach kam dann alles ganz anders. Es ging nicht. Und darüber will ich keine Gedanken mehr verschwenden. Ob es einen offiziellen Abschied geben wird, weiss ich nicht. Aber denke schon. Jetzt werde ich gehen, aber der Moment des offiziellen Abschieds wird kommen.»

Ich leide mit ihm mit

Hat er nun Angst um Barcelona?

«Nein, das habe ich nicht. Barcelona ist eines der besten Teams auf der Welt. Barcelona hat eine wunderbare Mannschaft. Und wie Präsident Joan Laporta sagte, der Verein ist wichtiger als alles Andere.»

Hat er ein Highlight?

«Ich bin sehr dankbar für all die Titel, die ich mit dem Club gewinnen konnte. Die Zeit, die ich hier bei Barcelona hatte, lehrte mich zu wachsen und mich zu entwickeln. Als wir Titel gewannen, habe ich diese gefeiert, mit meiner Frau, meinen Kindern. Ich habe viele Erinnerungen und sie sind alle gut.»

Was denkt Messi gerade?

«Mir gehen derzeit so viele Gedanken durch den Kopf. Ich muss zugeben, dass ich derzeit etwas blockiert bin. Es ist schon viel, jetzt diesen Verein zu verlassen, mein Leben komplett zu verändern. Was jetzt folgt, wird schwierig. Für mich und auch meine Familie, da sie in der Stadt bleiben möchte. Aber ich muss nach vorne schauen. Auch wenn das schwierig wird.»

Wohin wechselt Messi?

«Viele Vereine sind an mir interessiert. PSG ist sicher eine Möglichkeit, es ist aber noch nichts bestätigt. Ich erhalte sehr viele Anrufe. Ich bin nicht nahe an einem Verein dran derzeit, es geht aber viel.«

Was meint er zur Trennung?

Auf diese Frage will Messi nicht gross eingehen. Er bestätigt die Version des Barcelona-Präsidenten Laporta. Der Superstar sagt: «Es war, wie Joan Laporta sagte, eine Verlängerung scheiterte in letzter Sekunde. Mehr gibt es nicht zu sagen. Ich machte alles, um hier bleiben zu können. Es gab Personen, die sagten, dass ich nicht bleiben wollte. Aber das stimmt nicht. Ich wollte immer bei Barcelona bleiben und hab alles dafür getan.»

So emotional hat man Messi selten gesehen

Was war der beste Moment?

«Ich hab viele Dinge erlebt, gute Dinge und schlechte, es ist schwierig, etwas auszuwählen. Sicher die Zeit, in der ich mein Debüt machte, da wurde mein Traum war. Alles was später kam, war auch einfach nur wunderbar.»

Messi hat fertig geredet

«Jetzt ist es das Beste, Fragen zu beantworten, ich danke allen herzlich.»

Nun startet die Fragerunde.

Auch Piqué ist vor Ort

Langer, langer Applaus

Die Menschen im Publikum applaudieren lange. Messi weint hemmungslos. Er wird von seinen Gefühlen übermannt.

Messi will zurückkehren

«Ich hätte mir nie vorstellen können, heute Tschüss zu sagen, weil ich nie damit gerechnet habe. Wegen der Pandemie konnten wir im letzten Jahr nicht vor Zuschauern spielen, ich habe die Fans jetzt eineinhalb Jahre vermisst, ich habe mir das Camp Nou aber voll vorgestellt. Sehr gerne hätte ich mich anders verabschiedet – vor den Fans zum Beispiel. Das geht aber nicht. Jetzt ist es halt so.»

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