Aktualisiert 07.01.2008 12:10

Verleihung der Golden Globes in Gefahr

Die Verleihung der Golden Globes droht in diesem Jahr dem Streik der Hollywood-Autoren zum Opfer zu fallen.

Die prominenten Schauspieler wollten die Gala aus Solidarität für die seit Wochen streikenden Drehbuchautoren boykottieren, teilte die Schauspieler-Gewerkschaft SAG mit. Es gebe offenbar eine «einstimmige Abmachung», dass die 72 nominierten Darsteller nicht an der Veranstaltung am 13. Januar teilnehmen und dort weder Auszeichnungen überreichen noch annehmen, erklärte SAG-Präsident Alan Rosenberg.

Die Hollywood Foreign Press Association (HFPA), von der die Golden-Globe-Verleihung organisiert wird, bemühte sich nach eigenen Angaben weiter um eine Einigung. Man hoffe, am Montag eine Lösung verkünden zu können. Der Fernsehsender NBC erklärte, er wolle dennoch an der Übertragung der Gala festhalten. Die Fernseh-Übertragung der Golden-Globe-Verleihung wurde im vergangenen Jahr von 20 Millionen Menschen angesehen. Mit der Veranstaltung verdient allein die HFPA rund fünf Millionen Dollar. Weitere Millioneneinnahmen erzielt die NBC mit dem Verkauf von Werbespots.

Die Autorengilde (WGA) hatte sich geweigert, ihren Mitgliedern während des Streiks eine Ausnahmegenehmigung für diverse Preisverleihungen zu erteilen. Betroffen waren nicht nur die Golden Globes, sondern auch die People's Choice Awards und die Oscars.

Deutsche als Streikbrecher

Die deutsche Filmindustrie will vom Streik der Drehbuchautoren in Hollywood profitieren. «Beim letzten Autoren-Streik gab es einen erhöhten Bedarf an englischsprachigen Produktionen aus Europa», sagte Martin Moszkowicz, Produktionsvorstand des Münchner TV- und Kinokonzerns Constantin Film, der «Wirtschaftswoche» zufolge. Dieser könne auch jetzt wieder «von Constantin gedeckt werden». Auch Nico Hofmann, Chef der Ufa-Produktionstochter teamWorx, erwarte, bald «bei Serien in diese Lücken hineinstossen» zu können, schrieb das Magazin.

Die streikenden Autoren für Drehbücher und Fernsehsendungen fordern eine höhere Beteiligung an den Einnahmen aus DVD- und Internetproduktionen. Die Verhandlungen mit den Studios liegen seit Anfang Dezember auf Eis, der Streik begann am 5. November.

(dapd)

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