Hundebisse und Pfefferspray: Verletzte bei Indianer-Protest gegen Ölpipeline
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Hundebisse und PfeffersprayVerletzte bei Indianer-Protest gegen Ölpipeline

Bei Bauarbeiten seien heilige Stätten zerstört worden, reklamieren die Ureinwohner im US-Staat North Dakota. Weiter befürchten sie Auswirkungen auf das Trinkwasser in ihrer Region.

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pat
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Alternative zum bisherigen Verlauf gesucht: Indianer feiern ausserhalb von Cannon Ball, North Dakota den Entscheid der US-Behörden. (4. Dezember 2016)

Alternative zum bisherigen Verlauf gesucht: Indianer feiern ausserhalb von Cannon Ball, North Dakota den Entscheid der US-Behörden. (4. Dezember 2016)

/Scott Olson
Die Indianer erklärten, bei den Bauarbeiten der Pipeline seien indianische Begräbnisstätten und kulturell wichtige Orte zerstört worden.

Die Indianer erklärten, bei den Bauarbeiten der Pipeline seien indianische Begräbnisstätten und kulturell wichtige Orte zerstört worden.

AFP/Robyn Beck
Sicherheitskräfte stossen auf die Demonstranten. (3. September 2016)

Sicherheitskräfte stossen auf die Demonstranten. (3. September 2016)

AFP/Robyn Beck

Im US-Staat North Dakota ist eine Ölpipline geplant – ganz zum Unmut der dort lebenden Sioux. Hunderte Menschen protestierten am Rand des Standing-Rock-Reservats gegen die Ölpipeline. Das Volk erklärte, bei dem Bau seien indianische Begräbnisstätten und kulturell wichtige Orte zerstört worden.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurden vier Wachleute und zwei Wachhunde verletzt. Sprecher Steve Sitting Bear vom Volk der Sioux sagte, sechs Menschen hätten Hundebisse erlitten, mindestens 30 Menschen hätten Pfefferspray abbekommen.

Die Ureinwohner wehren sich gegen eine Entscheidung des Pionierkorps des Heeres, mit der das Unternehmen Energy Transfer Partners die Genehmigung zum Bau der Pipeline erhielt. Sie soll durch North und South Dakota sowie Iowa nach Illinois verlaufen. Ihr Bau kostet 3,8 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro). In der Nähe des Reservats soll die Pipeline den Missouri überqueren.

Auswirkungen auf das Trinkwasser

Die Indianer befürchten, dass das Projekt heilige Stätten beeinträchtigt und negative Auswirkungen auf das Trinkwasser für Tausende Stammesmitglieder im Standing-Rock-Reservat und für Millionen Menschen flussabwärts haben könnte. Die Sioux entdeckten nach eigenen Angaben mehrere Stätten von «bedeutendem kulturellem und geschichtlichem Wert» entlang des geplanten Verlaufs der Pipeline. Vor Gericht reichten sie am Freitag Klage ein.

Der Vorsitzende der Standing Rock Sioux, David Archambault, erklärte, die durch die Bauarbeiten angerichteten Zerstörungen seien verheerend. «Dieses Land ist die Ruhestätte unserer Vorfahren», sagte er. Die Steinhügel und andere bedeutsame Stätten könnten nicht ersetzt werden. «Innerhalb eines Tages wurde unser geheiligtes Land in einen leeren Ort verwandelt.» (pat/sda)

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