Aktualisiert 02.12.2018 17:25

Illegales Rennen?Verletzte und Chaos nach Unfall mit Schweizer Auto

Aufgrund eines Überholmanövers kam es am Samstag auf der A5 bei Efringen-Kirchen (D) zu einer Kollision mit erheblichen Folgen. Beteiligt war unter anderem ein Schweizer Cabrio-Fahrer.

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lb/sda
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Vermutlich haben sich mehrere Autofahrer am Samstagmittag auf der deutschen Autobahn A5 bei Efringen-Kirchen (D) ein illegales Rennen geliefert. Bei einem Überholmanöver kam es zu einem Unfall.

Vermutlich haben sich mehrere Autofahrer am Samstagmittag auf der deutschen Autobahn A5 bei Efringen-Kirchen (D) ein illegales Rennen geliefert. Bei einem Überholmanöver kam es zu einem Unfall.

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Die Unfallverursacher blieben weitestgehend unverletzt. Die A5 musste für fast zwei Stunden komplett gesperrt werden. Im verursachten Rückstau kam es zu mindestens einem Folgeunfall bei welchem mehrere Personen leicht verletzt wurden.

Die Unfallverursacher blieben weitestgehend unverletzt. Die A5 musste für fast zwei Stunden komplett gesperrt werden. Im verursachten Rückstau kam es zu mindestens einem Folgeunfall bei welchem mehrere Personen leicht verletzt wurden.

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Bei einem Überholmanöver auf der deutschen Autobahn ist ein Schweizer Cabrio-Fahrer von einer Sportlimousine gerammt worden. Obwohl sich die beiden Fahrzeuge mehrfach drehten und stark beschädigt wurden, erlitten die Lenker keine schweren Verletzungen. Im verursachten Rückstau kam es zu mindestens einem Folgeunfall, bei dem sechs Personen verletzt wurden.

Zugetragen hat sich der Unfall am Samstag gegen 12.10 Uhr auf der A5 bei Efringen-Kirchen (D) rund zwölf Kilometer von Basel entfernt, wie das Polizeipräsidium Freiburg am Sonntag mitteilte. Laut Polizei berichteten Augenzeugen von einem Rennen zwischen einem Audi RS und einem BMW M5 auf der Autobahn. In diesem Moment setzte ein 65-jähriger Schweizer Cabriolet-Lenker zum Überholen an und kollidierte in der Folge mit dem Audi. Der BMW war nicht in die Kollision verwickelt. Ob das Cabrio in das Rennen verwickelt war, ist unklar. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich Schweizer in Deutschland ein Rennen liefern.

«Rennen sind auf deutschen Autobahnen verboten»

Mehrere Zeugen schilderten laut Mitteilung, dass die Autos mit auffallend hoher Geschwindigkeit fuhren und dabei keinen Sicherheitsabstand einhielten. Nach dem Unfall dauerte es rund zwei Stunden, bis das laut Polizei «verheerende Trümmerfeld» geräumt war. Der Sachschaden liege vermutlich im fünfstelligen Bereich. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, bis die Autobahn gegen 14 Uhr wieder frei gegeben werden konnte.

«Rennen sind auf der deutschen Autobahn verboten, auch an den Stellen, an denen es kein Tempolimit gibt», stellt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg klar. Ob es sich im Fall vom Samstag um eine solche illegale Nutzung der Strasse handelt, wird derzeit geprüft. Die Gefährdung des Strassenverkehrs ist in Deutschland ein Straftatbestand und kann eine Konfiszierung des Autos zur Folge haben.

Die Vergehen werden im Normalfall an die Schweizer Behörden weitergegeben. Bei einem Raserdelikt werden der Führerschein eingezogen und psychologische Abklärungen veranlasst. Bei Rennen würden meist mehrere Verkehrsregeln missachtet, so der Sprecher. «Da wird teilweise von beiden Seiten überholt, die Fahrer achten nicht mehr auf andere Verkehrsteilnehmer und so weiter. Das sind schwere Verstösse», mahnt der deutsche Polizeisprecher.

Schweizer zahlen auch hohe Bussen bar

Generell gebe es nicht mehr Schweizer als deutsche Verkehrssünder. Aber es komme natürlich immer wieder vor, dass Schweizer auf deutschen Autobahnen gebüsst würden. «Das liegt sicher daran, dass deutsche Autobahnen freier befahrbar sind, weil es Stellen ohne Tempolimit gibt», so der Polizeisprecher. Viele Schweizer hätten auch hochtechnisierte Autos, die natürlich auch mit hoher Geschwindigkeit fahren könnten.

«Die Bussen sind in Deutschland im Vergleich zu jenen in der Schweiz sehr niedrig», so der Polizeisprecher. Viele Deutsche sind der Meinung, dass die Strafen Schweizer zu wenig schmerzten. Es komme oft vor, dass Temposünder auch Strafen um die 1000 Euro direkt bar bezahlten. Solche Fälle würden nicht an die Schweizer Behörden übermittelt. Daher zahlten viele Schweizer ihre Bussen gerne direkt vor Ort.

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