Aktualisiert 05.11.2011 18:46

Djokovic outVerletzung an der Schulter und viel Frust

Zum Schluss wurde Novak Djokovic gedemütigt: 0:6 verlor er den letzten Satz. Völlig frustiert wegen seiner Schulterverletzung wollte der «Djoker» nach seiner Niederlage nur noch weg.

von
Philipp Reich

Novak Djokovic hatte es an der Pressekonferenz nach seiner Halbfinal-Niederlage eilig. (Video: 20 Minuten Online)

«Ich kann heute viel besser mit Frustration umgehen als früher», sagte Novak Djokovic noch nach seinem hart erkämpften Viertelfinal-Sieg gegen Marcos Baghdatis. Davon war einen Tag später allerdings nichts mehr zu spüren. Wegen Schmerzen in der Schulter hatte der Serbe im Halbfinal gegen Überraschungsmann Kei Nishikori grosse Probleme beim Service und gab den letzten Durchgang quasi kampflos mit 0:6 ab. Das Traumfinal gegen Federer war geplatzt.

Schon im ersten Satz, den er klar mit 6:2 gewann musste sich Djokovic behandeln lassen. Als der «Djoker» den zweiten Durchgang im Tiebreak abgeben musste, ging gar nichts mehr. Er hatte die Partie aufgegeben, entnervt wartete Djokovic auf das bittere Ende. Ernsthafte Gegenwehr - Fehlanzeige. 6:2, 6:7 und 0:6 lautete am Ende das bittere Resultat aus Sicht der Weltnummer 1.

Wieder die Schulter

Nach seiner vierten Saisonniederlage wollte Djokovic nur noch weg. Schon fünf Minuten nach der Partie tauchte er zur Pressekonferenz auf und beantwortete eiligst die lästigen Fragen der Jounalisten. «Ich habe beim Service Probleme in der rechten Schulter gehabt», gab der 24-Jährige zu Protokoll. «Es ist dieselbe Verletzung, die ich schon in Cincinnati gegen Murray hatte.» Damals gab der Serbe im Final beim Stand von 4:6 und 0:3 auf.

Djokovic vor der Eröffnungsfeier

Djokovic: «So ist Tennis»

Trotz Problemen mit der Schulter hätte Djokovic die Partie durchaus gewinnen können. Beim Stand 5:4 im zweiten Satz fehlten ihm bei Aufschlag Nishikori nur zwei Punkte zum Sieg. Doch der Japaner, der in der ersten Stunde nicht auf Touren kam und kaum einen ersten Aufschlag ins Feld brachte, steigerte sich mit zunehmender Spieldauer. Die Weltnummer 32 rettete sich ins Tiebreak, das er mit etwas Glück gewann. Danach hatte er gegen den angeschlagenen und frustriereten Djokovic leichtes Spiel.

«So ist Tennis. Manchmal verliert man solche Matches», sagte der Serbe zu seinen verpassten Chancen. «Kei hat aber toll gespielt und war besser. Er hat fast keine Fehler mehr gemacht und einige unglaubliche Bälle zurückgebracht. Das war ein grossartiger Fight von ihm.»

Djokovic reist nach Paris

Schon während der ganzen Woche klagte Djokovic, dass er sich körperlich noch nicht ganz fit fühle. Er habe Schmerzen an allen möglichen Stellen. Immerhin zwickte der Rücken, der ihn im Davis Cup gegen Argentinien für sechs Wochen ausser Gefecht gesetzt hatte, nicht. Trotzdem könnte diese Verletzung die Ursache für seine Schulterprobleme sein. «Ich hatte Angst, dass wieder etwas passieren könnte. Deshalb habe ich auch die Technik beim Aufschlag etwas angepasst. Vielleicht war diese Umstellung nicht gerade förderlich», glaubt der Serbe. Dass Djokovic in Basel angetreten ist, bedauert er aber trotz dem unschönen Ende nicht.

Für Djokovic geht es nun darum, sich möglichst schnell zu erholen. Ob er in Paris antreten wird, konnte «Nole» noch nicht sagen. «So wie es um meine Schulter im Moment steht, glaube ich nicht, dass ich in den nächsten Tagen werde trainieren können», so Djokovic. Trotzdem werde er so schnell wie möglich nach Paris fliegen, wo am Montag das Masters-1000-Turnier beginnt. Im Moment scheint es nicht sehr wahrscheinlich, dass er antritt. Schliesslich stehen Ende November die World Tour Finals in London auf dem Programm. Da will Djokovic auf keinen Fall fehlen.

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