Aktualisiert 28.02.2015 22:48

Wunderhormon OxytocinVerliebte werden anders betrunken

Alkohol verschlechtert die Koordination. Die Auswirkungen sind jedoch weniger schlimm, wenn jemand Schmetterlinge im Bauch hat.

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Das Hormon Oxytocin bremst die Wirkung von Alkohol. Doch nicht nur das.

Das Hormon Oxytocin bremst die Wirkung von Alkohol. Doch nicht nur das.

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Nicht ohne Grund wird es von vielen auch als Kuschelhormon bezeichnet.

Nicht ohne Grund wird es von vielen auch als Kuschelhormon bezeichnet.

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So lässt es laut Bonner Forschern gebundene Männer treu bleiben ...

So lässt es laut Bonner Forschern gebundene Männer treu bleiben ...

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Viel Positives ist schon über das sogenannte Glücks- und Kuschelhormon geschrieben worden. So soll Oxytocin unter anderem die Stimmung heben, Männer treu machen und Vertrauen fördern. Nun hat ein deutsch-australisches Forscherteam noch eine weitere Wirkung entdeckt: Es macht weniger betrunken.

Für die Studie verabreichten die Wissenschaftler der Universitäten Regensburg und Sydney Ratten zunächst Alkohol. Das Ergebnis erinnerte an stark angeheiterte Menschen. Denn die Tiere konnten sie sich nicht mehr so gut an einem Gitterrost festhalten oder auf einem Laufrad rennen. Zudem bewegten sich weniger auf offenen Flächen.

Neue Medikamente sind das Ziel

Anders fiel das Ergebnis aus, als die Forscher den Tieren zusätzlich Oxytocin gaben: Die Defizite bei den motorischen Fähigkeiten fielen deutlich geringer aus und ihr Verhalten ähnelte eher dem von Tieren, die keinen Schluck getrunken hatten, wie das Team um Inga Neumann und Iain McGregor im Fachjournal «Proceedings of the National Academy of Sciences» schreibt.

Weitere Experimente zeigten, dass das Hormon den Einfluss von Alkohol auf bestimmte GABA-Rezeptoren (siehe Box) blockiert. Damit offenbare die neue Studie erstmals die Mechanismen, die den Oxytocin-Wirkungen auf zellulärer Ebene zugrunde liegen, heisst es in einer Mitteilung. Die Ergebnisse sollen helfen, neuartige Medikamente für alkoholabhängige Patienten – insbesondere während des Entzugs – zu entwickeln.

Alkoholbedingte Koordinationsstörungen

Alkohol stimuliert unter anderem die GABA-Rezeptoren in Gehirn und Nervensystem. Dies führt zu einer Hemmung der Reizübertragung im zentralen Nervensystem und gleichzeitig zu Sensibilitätssteigerung. Je nach Dosis führt das zu Rausch-typischem Verhalten: Enthemmung, Verschlechterung des Gleichgewichtssinns und des Sehvermögens (Tunnelblick) und verringerte Muskelkontrolle.

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