Aktualisiert 05.10.2006 12:11

Verliert Bush die Mehrheit wegen Sex-Skandal?

Knapp einen Monat vor den Kongresswahlen in den USA wird die Sex-Affäre um einen republikanischen Abgeordneten immer mehr zur Belastung für die Partei des Präsidenten. Es droht der erste Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus seit 1994. In der Affäre gab es einen weiteren Rücktritt.

Am Mittwoch trat ein enger Mitarbeiter des einflussreichen Abgeordneten Tom Reynolds in der Affäre um mutmassliche sexuelle Belästigungen junger Kongressmitarbeiter zurück. Kirk Fordham begründete seine Entscheidung damit, dass vor den Wahlen möglichen politischen Schaden von Reynolds abwenden wolle.

Fordham ist ein enger Freund des bereits zurückgetretenen republikanischen Abgeordneten Mark Foley, der teils minderjährige Kongress-Praktikanten sexuell belästigt haben soll.

Die Demokraten wollten ihn zu einem politischen Problem im Wahlkampf seines Chefs machen, erklärte Fordham. Der Fernsehsender ABC berichtete, Fordham habe vor drei Jahren den engsten Mitarbeiter des Präsidenten des Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, über Foleys Fehlverhalten informiert.

Demokraten fordern Konsequenzen

Führende Demokraten im Kongress forderten persönliche Konsequenzen der Republikaner-Führung. «Es ist klar, dass das unmoralische und möglicherweise kriminelle Verhalten bekannt war, und die Führungsspitze nichts getan hat», sagte Senatorin Dianne Feinstein.

Aus den Reihen der Republikaner wurde der Ruf nach einem Rücktritt Hasterts zurückgewiesen. Stattdessen wurde weiter Empörung über Foley geäussert, dessen Erklärungsversuche, er sei als Jugendlicher von einem Geistlichen sexuell missbraucht worden, als unzureichend abgetan wurden.

Bei den am 7. November anstehenden Kongresswahlen waren Foley gute Chancen eingeräumt worden, seinen demokratischen Herausforderer Tim Mahoney zu besiegen. Die Republikaner könnten am 7. November erstmals seit 1994 ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus wieder an die Demokraten verlieren.

(sda)

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