Red Bull wehrt sich: Verliert Superstar Verstappen nach schweren Vorwürfen seinen WM-Titel 2021? 

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Red Bull wehrt sichVerliert Superstar Verstappen nach schweren Vorwürfen seinen WM-Titel 2021? 

Weil unter anderem Red Bull im Jahr 2021 die Budgetobergrenze überschritten haben soll, könnte nun der WM-Titel von Max Verstappen in Gefahr sein. Red-Bull-Boss Helmut Marko weist mit markigen Worten die Vorwürfe zurück. 

von
Dominik Mani
Nils Hänggi

Hier überholte Verstappen in der letzten Runde Hamilton und wurde dank dieses Manövers Weltmeister 2021.

SRF

Darum gehts

Red Bull soll neben einem weiteren Team einem Medienbericht zufolge in der vergangenen Formel-1-Saison die vorgeschriebene Kostengrenzen überschritten haben. Wie das Fachmagazin «Auto, Motor und Sport» berichtet, sei dies das Ergebnis einer Kostendeckelüberprüfung des Motorsport-Weltverbandes Fia. Bei den Teams soll es sich um die Crew von Weltmeister Max Verstappen sowie den Rennstall von Aston Martin handeln. Ein Rennstall soll das Budget sogar sehr deutlich überschritten haben, wie das Magazin weiter berichtet. Es gilt die Unschuldsvermutung. 

Die Ausgabengrenze der Formel 1 betrug in der Vorsaison rund 147 Millionen Franken. Ziel ist es auch, mit der Deckelung gleiche Voraussetzungen für alle Teams zu schaffen. Das Überschreiten der Kostengrenze ist ein Regelbruch, für den es keinen klar definierten Strafenkatalog gibt.

WM-Titel in Gefahr?

Überschreitungen von bis zu fünf Millionen Dollar gelten laut Reglement als «kleinere Regelverletzung» und könnten möglicherweise nur mit einer Geldstrafe geahndet werden. Bei schwereren Vergehen sind härtere Strafen bis hin zu einem nachträglichen Punktabzug denkbar. Sollten Red Bull tatsächlich Punkte abgezogen werden, würde Verstappen auch der WM-Titel von 2021 aberkannt werden. Dann wäre Lewis Hamilton als erster Fahrer achtfacher Weltmeister. 

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In der letzten Runde der letzten Saison holte Max Verstappen sich seinen ersten WM-Titel.

In der letzten Runde der letzten Saison holte Max Verstappen sich seinen ersten WM-Titel.

imago images/ANP
Weil sein Rennstall Red Bull aber zu viel ausgeben haben soll, ist der Titel nun in Gefahr. 

Weil sein Rennstall Red Bull aber zu viel ausgeben haben soll, ist der Titel nun in Gefahr. 

imago images/Motorsport Images
Nutzniesser könnte der Brite Lewis Hamilton werden. Er würde den Weltmeistertitel von Verstappen erben.

Nutzniesser könnte der Brite Lewis Hamilton werden. Er würde den Weltmeistertitel von Verstappen erben.

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Die Fia will die Vorwürfe bislang nicht offiziell bestätigen. Vor dem Grossen Preis von Singapur meint ein Sprecher gegenüber der «Bild»: «Die Fia schliesst derzeit die Bewertung der von allen Formel-1-Teams eingereichten Finanzdaten für 2021 ab.» Angebliche Verstösse gegen die Finanzvorschriften würden «gegebenenfalls gemäss dem in den Vorschriften festgelegten formellen Verfahren behandelt». 

«Das ist rufschädigend»

Red Bull wehrt sich derweil mit markigen Worten. So sagt Red-Bull-Motorsportboss Helmut Marko gegenüber Sky stinksauer: «Es ist schon erstaunlich, wenn in einem laufenden Verfahren, das noch keineswegs geklärt ist, solche Dinge an die Öffentlichkeit gelangen. Das ist rufschädigend.» Wenn die Fakten geklärt seien, könne man darüber reden. Weiter erklärt er, es seien «Punkte aufgelistet, die gar nicht ins Budget gehören. Wir haben ja verschiedenste Firmen. Wir haben Red Bull Advanced Technology, wir haben Red Bull Technology, Red Bull Powertrains. Und das muss man alles ganz klar trennen.» 

Auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner beteuert die Unschuld. «Wir sind absolut überzeugt, dass wir die Kostengrenze eingehalten haben», so der Brite. «Es ist nicht zufällig, dass das hier passiert, wo Max seine erste WM-Chance hat. Ich würde wirklich gerne wissen, wo diese Information herkommt», sagt Horner weiter. «Die Fia hat ihren Prozess selbst noch nicht mal abgeschlossen.»

Für Mercedes-Boss Toto Wolff ist es dagegen ein «offenes Geheimnis», dass Red Bull die Budgetgrenze «massiv überzogen» haben soll. Dies sagt er am Freitagabend in Singapur im Sky-Interview. Und weiter: «Wenn du 2021 überzogen hast, dann bist du auch 2022 drüber. Das heisst, dass du für 2023 einen Vorteil hast.» Wenn man mehr ausgebe als alle anderen, dann sei das viele, viele Zehntelsekunden wert. Wolff: «Und wenn es jetzt nur eine kleine Strafe gibt, dann werden wir das in Zukunft alle ausreizen.» 

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