Panne: Vermeintliche Gratis-Flugtickets bei Alitalia
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PanneVermeintliche Gratis-Flugtickets bei Alitalia

Die italienische Airline Alitalia hat über Facebook vergünstigte Tickets angeboten. Aufgrund eines Softwarefehlers konnten aber tausende Kunden Gratis-Flüge buchen. Nun will Alitalia die Flüge stornieren.

von
sas

Geschenkt ist geschenkt, wieder holen ist gestohlen. Diesen Satz kennt eigentlich jedes Kind. Nicht so die Verantwortlichen von Alitalia. Sie stornieren bereits bestätigte Buchungen für Gratis-Flüge.

Dass etliche Kunden in den Genuss von derlei Flügen gekommen sind, hat mit einer letzte Woche angelaufenen weltweiten Facebook-Kampagne von Alitalia zu tun – die gründlich daneben ging. Geplant war, dass die Facebook-User bis zum 23. März des kommenden Jahres 25 Prozent Rabatt auf alle Alitalia-Tickets bekommen. Auf der japanischen Website von Alitalia versprach die Airline dagegen einen Rabatt von 25 000 Yen – was rund 290 Schweizer Franken entspricht. Im Gegenzug musste der Airline die Mailadresse mitgeteilt werden.

Mehrere tausend Gratis-Flüge

Findige Nutzer merkten aber, dass der Japan-Rabatt nicht nur für die teuren Flüge von Japan nach Europa, sondern auch für die von Japanern seltener gebuchten innereuropäischen Flüge galt. Durch den Rabatt von umgerechnet 240 Euro wurden viele Europa-Flüge kostenlos. Zwar mussten die Flüge über die japanische Seite gebucht werden, doch für einen Gratisflug nahmen viele Schnäppchenjäger den mühsamen Umweg über ein Übersetzungsprogramm in Kauf.

Bis Alitalia das «Leck» stopfen konnte, waren bereits mehrere tausend Gratis-Flüge gebucht. Der TV-Sender WDR geht auf seiner Online Plattform von einer fünfstelligen Zahl an Rabatt-Buchungen aus. Insgesamt hatten sich laut Facebook-Seite über 180 000 Personen für das Angebot interessiert. Offizielle Zahlen gibt die Alitalia-Pressestelle keine bekannt.

Vom Angebot wollten auch mehrere 20-Minuten-Onlie-Leser profitieren. «Ich erhielt von Alitalia eine Bestätigung mit Buchungscode und ausgestelltem elektronischen Ticket zugestellt. Damit kam der Kaufvertrag zustande», so ein empörter Leser, der nur 24 Stunden später von Alitalia die Nachricht über die Stornierung erhielt.

Alitalia im Shitstorm

Die Fluglinie beruft sich in ihren Stornierungs-Mails darauf, dass die Buchungen mit Kreditkarten durchgeführt worden waren, die nicht für das entsprechende Land, also Japan, vorgesehen seien. Zudem sei die Buchung nicht von einer japanischen IP-Adresse veranlasst worden. Ob die Italiener damit durchkommen, ist unklar. Der ursprüngliche Rabatt-Code sah keine Einschränkungen vor.

Alitalia kann sich derzeit vor Beschimpfungen im Internet kaum noch retten. Über die Fluggesellschaft entlädt sich ein veritabler Shitstorm. Alitalia ist die mieseste und unfairste Airline» ist noch einer der harmloseren Kommentare auf der Facebook-Seite von Alitalia. Laut empörten Usern hat Alitalia sogar damit begonnen, äusserst kritische Posts zu entfernen.

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