Aktualisiert 14.10.2014 07:34

Keine Abnehmer Vermieter muss Zinsen von Luxus-Wohnungen senken

Im Zürcher Hochhaus Escher-Terrassen stehen 25 von 51 Wohnungen leer. Darum senkt die Eigentümerin die Mieten um bis zu 2160 Franken. Lange war das für sie keine Option.

von
Lea Blum

Sie sind hochmodern und exklusiv: die Wohnungen im Hochhaus Escher-Terrassen, die seit April bezugsbereit sind. Für knapp die Hälfte der 51 Wohnungen im Zürcher Kreis 5 wurde jedoch noch kein Mieter gefunden. Der Grund: Die Wohnungspreise sind vielen zu hoch.

Das hat nun auch das zuständige Immobilienunternehmen Allreal eingesehen. Obwohl es im Januar noch hiess, dass eine Preissenkung nicht in Frage komme, sah man sich nun doch dazu gezwungen. «Wir mussten die Wohnungen noch einmal genau anschauen und den Mietzins dem Preisniveau anpassen, das im Quartier üblich ist», sagt Matthias Meier, Leiter Unternehmenskommunikation.

10'000 statt 12'000 Franken

Zwischen 300 und 2160 Franken weniger kosten die Wohnungen nun. Im April musste ein Mieter für eine zweistöckige Maisonette-Wohnung 12'100 Franken bezahlen. Mit 5,5 Zimmern ist es die teuerste Wohnung im Haus und umfasst 251 m² Wohnfläche sowie eine Terrasse von 49 m². Für diese Luxuswohnung bezahlt man heute noch 9940 Franken netto.

Auch eine 2,5-Zimmer-Wohnung mit 92 m² Wohnfläche und einer grossen Terrasse à 57 m² kostet nun statt 5075 Franken «nur» noch 4470 Franken. Für eine 4,5-Zimmer-Wohnung mit 136 m² Wohnfläche und 16 m² Terrasse ging der Zins von 5025 Franken auf 4520 Franken zurück.

Befürchtungen wurden wahr

Allerdings wurden die Mieten nur bei jenen Wohnungen gesenkt, deren Preise im Vergleich zu anderen, ähnlichen Objekten im Quartier zu hoch angesetzt waren. «Wir mussten handeln, um konkurrenzfähig zu bleiben», sagt Allreal-Sprecher Meier. Unter anderem will man die Räumlichkeiten jetzt auch mittels Inseraten und Plakaten besser bekannt machen.

Meier zeigt sich zuversichtlich, dass die Massnahmen greifen. Weitere Preissenkungen seien momentan nicht geplant. Laut Meier besteht das Problem darin, dass immer mehr Wohnungen in diesem Preissegment angeboten werden. «Das Überangebot erhöht den Druck auf die Preise», so Meier.

Preissenkungen sind sehr selten

Von einem Überangebot spricht auch Felicitas Huggenberger, Geschäftsleiterin vom Mieterinnen- und Mieterverband Zürich. Sie verweist auf die Zahlen des statistischen Amtes, die zeigen, dass es sich bei den meisten leer stehenden Wohnungen in Zürich um hochpreisige Wohnungen handelt. «Zu viele Vermieter haben auf teure Wohnungen gesetzt. Jetzt werden die Befürchtungen wahr, dass sich zu wenig Mieter dafür finden lassen.»

Die Wohnungen würden dann über längere Zeit leer stehen, bis jemand gefunden sei, der den verlangten Preis bezahlen könne. Das sei ein grosses Problem. Dass Mietpreise bei Wohnungen in diesem Segment gesenkt werden, ist laut Huggenberger sehr selten. «Wir hoffen, dass weitere Anbieter von hochpreisigen Wohnungen nachziehen und mit ihren Zinsen runtergehen.»

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