Berechtigt?: Vermieter will Abfallsünder büssen
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Berechtigt?Vermieter will Abfallsünder büssen

Immer wieder stellen die Mieter eines Hauses im Kreis 4 falsche Güselsäcke vor die Türe. Jetzt will der Vermieter den Sündern happige 500 Franken dafür verrechnen.

von
Maja Sommerhalder
Hauswart Vait Aga zeigt auf das Infoblatt beim Hauseingang. (Foto: som)

Hauswart Vait Aga zeigt auf das Infoblatt beim Hauseingang. (Foto: som)

«Bitte stellen sie keine Apfälle vor die Haustüre. Wer weiterhin die Apfallsäcke hinstellt wird mit 500 Franken verrechnet», droht der Vermieter eines Mehrfamilienhauses an der Zürcher Rotwandstrasse in holprigem Deutsch auf einem Infoblatt. «Gut, dass dies gemacht wurde», findet Hauswart Vait Aga (39). Immer wieder sieht er Abfallsäcke auf der Strasse, obwohl die Container nicht weit weg sind. «Viele Leute sind faul.» Meistens werde der Abfall nicht mal in weissen Züri-Säcken entsorgt. «Ich muss dann den Müll selbst ­beseitigen», so Aga. Deshalb untersucht er die falschen Säcke, um die Übeltäter zur Rechenschaft zu ziehen.

Dies müsste er nicht tun, so Karin Lehmann, Sprecherin von Entsorgung und Recycling Zürich: «Besser ist es, uns sofort zu rufen, wenn man illegal entsorgten Abfall entdeckt. Wir bestrafen den Verursacher mit etwa 270 Franken Busse.»

Die Bussendrohung des Vermieters hat laut Felicitas Huggenberger, Geschäftsführerin des Mieterverbands Zürich, sowieso weder Hand noch Fuss: «Er hat gar keine rechtliche Grundlage, um 500 Franken zu verlangen.» Dies sei staatlichen Instanzen vorbehalten. «Der Vermieter kann aber einen Abfallsünder auf die Hausordnung hinweisen und ihm den Zusatzaufwand in Rechnung stellen.» Bei einem wiederholten Verstoss könne er weitere Schritte einleiten.

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