Düsseldorf: Vermieterin darf Raucher rausschmeissen
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DüsseldorfVermieterin darf Raucher rausschmeissen

Ein 75-jähriger Düsseldorfer muss aus seiner Mietwohnung ausziehen, weil er die Nachbarn mit seinem Rauch belästigte. Das bestätigte ein Gericht in zweiter Instanz.

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cfr
Friedhelm Adolfs ist der «zweitberühmteste Raucher nach Helmuth Schmidt», schreibt Spiegel.de. Das Landesgericht hat entschieden, dass er seine Wohnung verlassen muss.

Friedhelm Adolfs ist der «zweitberühmteste Raucher nach Helmuth Schmidt», schreibt Spiegel.de. Das Landesgericht hat entschieden, dass er seine Wohnung verlassen muss.

Nach 40 Jahren in derselben Mietwohnung ist dem 75-jährigen Friedhelm Adolfs im deutschen Düsseldorf fristlos gekündigt worden. Grund sei, dass er zu viel rauche und damit seine Nachbarn belästige. Das Landesgericht hat jetzt befunden, dass die Kündigung vom letzten Jahr rechtmässig war. Adolfs muss bis Jahresende seine Wohnung räumen, berichtet Spiegel Online.

Nach dem Urteil des Amtsgerichts in erster Instanz ging Adolfs in Berufung. Diese hat das Landgericht Düsseldorf jetzt aber zurückgewiesen.

Grundsätzlich ist Rauchen nicht vertragswidrig

Das Gericht argumentiert, grundsätzlich sei Rauchen in einer Wohnung nicht vertragswidrig und darum auch kein Kündigungsgrund. Adolfs Verstoss gegen seine Pflichten als Mieter läge darin, dass er keine Massnahmen getroffen habe, um zu verhindern, dass Rauch ins Treppenhaus zog.

Er habe sogar die Geruchsbelästigung gefördert. So habe er nicht gelüftet und seine Aschenbecher nicht gelehrt. Zudem sei Adolfs mehrmals gemahnt worden. Er bestreitet dies und unterstellt der Vermieterin, sie wolle die Wohnung an guter Lage nach einem Wechsel zu einem höheren Zins vermieten.

Rauchender Rentner ist seit dem Fall berühmt

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Das Landesgericht liess die Revision vor dem Bundesgerichtshof zu. Dieser muss dann klären, ob Tabakrauch in einem Mehrfamilienhaus Grund für eine Kündigung darstellt, so die «Frankfurter Allgemeine».

Durch das Verfahren war der pensionierte Hausmeister im letzten Jahr zum «zweitbekanntesten Raucher nach Helmut Schmidt» geworden, schreibt Spiegel.de. Der Fall hatte viele Raucher-Sympathisanten bewegt - sie spendeten Geld für Adolfs Prozesskosten. Er selbst nahm an Raucher-Demos teil.

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