Israel: Vermisste Jugendliche tot aufgefunden
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IsraelVermisste Jugendliche tot aufgefunden

Die drei jungen Talmud-Schüler, die im Westjordanland entführt wurden, sind tot aufgefunden worden. Israels Premier droht der Hamas mit Vergeltung.

Die drei im Westjordanland Mitte Juni entführten israelischen Jugendlichen sind tot aufgefunden worden. Ihre Leichen seien bei der Ortschaft Halhul in der Nähe von Hebron entdeckt worden, teilte das israelische Militär am Montag mit. Bei Halhul waren die drei Religionsschüler am 12. Juni auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gab der radikalislamischen Hamas die Schuld. Mit seinen Sicherheitsexperten beriet er über eine Reaktion.

«Die Hamas ist verantwortlich und die Hamas wird bezahlen», erklärte Netanjahu. Die Jugendlichen seien von «wilden Bestien entführt und kaltblütig ermordet» worden, teilte er mit. Israel hatte früh Mitglieder der Hamas beschuldigt und die grösste militärischen Bodenaktion seit knapp einem Jahrzehnt gestartet, um die Jugendlichen zu finden. Rund 400 Menschen wurden in Zusammenhang mit dem Fall festgenommen, die meisten davon Hamas-Mitglieder. Zwei mutmassliche Drahtzieher sind jedoch noch auf der Flucht.

Leichen auf Feld vergraben

Die Körper der Jugendlichen würden nun untersucht und die Familien seien benachrichtigt worden, teilte das Militär mit. Aus Geheimdienstkreisen wurde bekannt, die drei seien auf einem Feld bei Halhul vergraben gewesen.

Einer der Helfer bei der Suche habe etwas Ungewöhnliches am Boden gesehen, Pflanzen, die nicht an ihrem Platz zu sein schienen, und habe die Erde beiseite geschoben, schilderte einer der zivilen Unterstützer der Suche dem Fernsehsender Kanal 2. Dann seien die Leichen zum Vorschein gekommen und die Armee verständigt worden.

Das Militär hatte am Montag einen Grosseinsatz in der Nähe von Halhul gestartet. Das Fernsehen zeigte Bilder von Soldaten, die das Dorf absuchten. Medienberichten zufolge hatte es zuvor Ausschreitungen in der Gegend gegeben.

Hamas rief immer wieder zu Entführungen auf

Noch am Wochenende hatten Zehntausende in Tel Aviv für die Freilassung der drei Jugendlichen demonstriert. Die Demonstranten versammelten sich mit Fahnen und Bildern auf dem Rabin-Platz. Die Mütter der drei Entführten im Alter zwischen 16 und 19 Jahren sprachen zu der Menge und erklärten, dass die Nation vereint sei im Gebet für die Sicherheit ihrer Söhne. «Sie wissen, dass wir niemals aufgeben werden zu versuchen, sie wieder nach Hause zu bringen», sagte Rachelle Fraenkel, Mutter eines 16 Jahre alten Opfers.

Die Hamas hatte in der Vergangenheit immer wieder zu Entführungen von Israelis aufgerufen. Mehrere andere Gruppen bekannten sich aber zu der Tat. Eine Al-Kaida-Splittergruppe verkündete auf Flugzetteln, sie habe die drei aus Rache für den Tod dreier Kämpfer durch israelische Soldaten in diesem Jahr verschleppt. In einer zweiten Erklärung übernahmen offenbar die Al-Kuds-Brigaden die Verantwortung. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte die Tat verurteilt. (sda)

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