Neue Fotos aufgetaucht - Vermisster Tennis-Star posiert mit verbotenem Winnie Puuh
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Neue Fotos aufgetauchtVermisster Tennis-Star posiert mit verbotenem Winnie Puuh

Seit dem 2. November wird die ehemalige Wimbledon-Siegerin Peng Shuai vermisst. Nun sind neue Fotos des 35-jährigen chinesischen Tennisstars aufgetaucht.

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Dieser Post auf Twitter sorgt für neue Spekulationen. Ist Peng Shuai tatsächlich wohlauf? 

Dieser Post auf Twitter sorgt für neue Spekulationen. Ist Peng Shuai tatsächlich wohlauf?

via REUTERS
Diese drei Bilder wurden am Freitag veröffentlicht und zeigen Peng Shuai.

Diese drei Bilder wurden am Freitag veröffentlicht und zeigen Peng Shuai.

Twitter
Mit Katzen und ganz vielen Plüschtieren.

Mit Katzen und ganz vielen Plüschtieren.

Twitter

Darum gehts

  • Seit anfangs November wird die chinesische Tennisspielerin Peng Shuai gesucht.

  • Mehrere Tennisstars, darunter auch Novak Djokovic, haben sich zu diesem Fall geäussert.

  • Nun tauchen neue Fotos von Shuai auf.

Nach den Vereinten Nationen und Frankreich haben auch die USA Informationen von China über den Verbleib der Tennis-Spielerin Peng Shuai verlangt. Das Weisse Haus sei «zutiefst besorgt» um die frühere Doppel-Weltranglisten-Erste, sagte Präsidentensprecherin Jen Psaki am Freitag. Sie forderte China auf, einen «unabhängigen und verifizierbaren Beleg» über den Aufenthaltsort Pengs vorzulegen. Derweil kursierten im Onlinedienst Twitter angebliche Fotos des Tennis-Stars.

Die 35-jährige Tennisspielerin wurde seit Anfang November nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Zuvor hatte sie im Onlinedienst Weibo Vorwürfe gegen den ranghohen kommunistischen Parteifunktionär Zhang Gaoli erhoben. Dem heute über 70-jährigen Ex-Vize-Ministerpräsidenten warf sie vor, sie in der Vergangenheit zum Sex gezwungen zu haben. Peng und Zhang hatten über Jahre eine Beziehung mit vielen Unterbrechungen geführt.

Wochenendgruss an Freunde?

Vor den USA hatte bereits das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte China aufgefordert, Belege für Pengs Aufenthaltsort zu liefern. Auch die französische Regierung äusserte sich besorgt um die Tennisspielerin.

Am späten Freitagabend tauchten auf Twitter plötzlich vier angebliche Fotos von Peng auf. Über den von Twitter mit der Markierung «verbunden mit chinesischen Staatsmedien» versehenen Kanal @shen_shiwei wurden unter anderem ein Foto einer lächelnden Peng mit einer Katze auf dem Arm und ein Selfie des Stars mit einem Bild der Disney-Figur Pu der Bär im Hintergrund verbreitet. Pu der Bär gilt in China als heikles Motiv, das oftmals zensiert wird. Regierungskritiker nutzen die Disney-Figur, um über Staatschef Xi Jinping zu spotten, dem sie Ähnlichkeiten mit dem Bären nachsagen.

Der Inhaber des Twitter-Kanals @shen_shiwei schrieb, die Fotos von Peng stammten aus ihren privaten «Momenten» aus dem Whatsapp-ähnlichen Dienst WeChat. Dort habe sie die Fotos mit einem Wochenend-Gruss an ihre Freunde versehen. Auf Nachfragen der Nachrichtenagentur AFP reagierte @shin_shiwei nicht.

Vor wenigen Tagen hatte der chinesische Staatssender CGTN auf Twitter den Screenshot einer angeblich von Peng verfassten E-Mail veröffentlicht. Darin heisst es, die Vorwürfe gegen Zhang seien «nicht wahr». Sie befinde sich «zu Hause» und alles sei «in Ordnung». An der Echtheit der E-Mail gab es erhebliche Zweifel.

Emotionale Rede am WTA-Final

In der Affäre um Peng haben bereits mehrere internationale Tennis-Stars das Wort ergriffen, darunter Naomi Osaka und Serena Williams. Der Chef der Damentennis-Organisation WTA, Steve Simon, drohte China mit einem Ende von Wettkämpfen seines Verbands in China, sollte das Wohlergehen Pengs nicht sichergestellt werden. Dem schloss sich am Freitag auch die aktuelle Nummer eins der Weltrangliste, Novak Djokovic, an. «Turniere auf chinesischem Boden abzuhalten, ohne dass diese Situation geklärt ist, wäre ein bisschen merkwürdig», sagte er.

Die tschechische Tennisspielerin Barbora Krejčíková hielt nach ihrem Doppeltitel im WTA-Finale eine emotionalen Siegesrede und zeigte sich dankbar, dass sie in einer Demokratie und einem freien Land leben dürfe. Am Freitag postet der Brite Andy Murray diese emotionale Rede auf Twitter unter dem Slogan «WhereIsPengShuai».

China-Experte: «Man kann Leute legal verschwinden lassen»

Hat China die zweifache Grand-Slam-Siegerin im Doppel etwa einfach verschwinden lassen? «Das ist nicht unüblich», sagt Ralph Weber gegenüber «Blick». Weber ist Professor am Europainstitut der Universität Basel und China-Experte. Zum möglichen Verschwinden sagt er: «Das ist eines der Werkzeuge, das der Parteistaat zur Verfügung hat. Man kann Leute legal verschwinden lassen. ‹Man wird verschwunden›, heisst das dann.» Er gehe davon aus, dass die Tennisspielerin nach den veröffentlichten Vorwürfen unter Überwachung steht – an einem dafür vorgesehenen Ort. «Die meisten Leute werden da drin gebrochen. Meist geht es darum, dass jemand, der sich gegen das System gestellt hat, zugibt, dass er falsch lag. Oft mit einem TV-Statement, mit dem die Regierung der Bevölkerung zeigt, wo die Grenzen sind.» Es könne gut sein, dass Shuai plötzlich wieder auftauche, ihren Rücktritt verkünde und etwas Anderes mache.

(ape/dpa)

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