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Wer soll Geflüchtete aufnehmen?Vermittlerin warnt vor leichtfertiger Aufnahme von Flüchtenden

Viele hilfsbereite Schweizerinnen und Schweizer wollen den Geflüchteten aus der Ukraine eine Bleibe anbieten. Doch das hat seine Tücken. Katja Meier von der gemeinnützigen Organisation TerraNea hilft bei der Vermittlung von geflüchteten Familien und betont, dass eine Aufnahme wohlüberlegt sein sollte.

«Alle wollen mega helfen, das muss aber nachhaltig sein», sagt Katja Meier gegenüber 20 Minuten. Denn die Probleme kommen meist nicht am Anfang, sie entstehen mit der Zeit. Die helfenden Familien müssen sich bewusst sein, dass es sein kann, dass die aus der Ukraine geflüchteten vielleicht fünf, acht oder zwölf Wochen untergebracht werden müssen. Deshalb sei es besonders wichtig, dass man sich genau damit auseinandersetzt und sich auf eine längere Zeit einstellt.

Obwohl zum Beispiel eine Familie vier Leute aufnehmen kann und will, macht es manchmal Sinn, diese Zahl etwas zu verringern. Wenn etwa die Zimmer zu dicht beieinanderliegen und das Konfliktpotenzial auf längere Zeit somit steigt: «Dann empfehlen wir, was besser wäre und dann schauen wir uns das gemeinsam an», erklärt Katja Meier. Auch die Geflüchteten dürfen mitentscheiden und jederzeit die Gastfamilie wechseln, sollten sie sich unwohl fühlen. Sowohl die Geflüchteten als auch die Gastfamilien müssten keine Gründe angeben, wenn ein solcher Wechsel angestrebt wird. Denn nicht immer wolle man über die Gründe reden.

TerraNea will zusätzlich ihre Hilfsangebote erweitern. Dafür baue man nun eine Organisation auf: «Die soll so gestaltet sein, dass es verschiedene Hilfen gibt: medizinische Hilfe, rechtliche Hilfe. Ein Care-Team auf Ukrainisch und Deutsch», erläutert Katja Meier. 

(Team Video News)

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