Aktualisiert 09.02.2015 12:37

Marseille

Vermummte Männer schiessen auf Polizisten

Im Marseille sollen mehrere vermummte Männer mit Kalaschnikows auf die Polizei geschossen haben. Eine Spezialeinheit hat ein ganzes Quartier abgeriegelt.

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Nach Kalaschnikow-Schüssen im südfranzösischen Marseille sind am 9. Februar 2015 Elite-Einheiten der Polizei in der Hafenstadt zum Einsatz gekommen.

Nach Kalaschnikow-Schüssen im südfranzösischen Marseille sind am 9. Februar 2015 Elite-Einheiten der Polizei in der Hafenstadt zum Einsatz gekommen.

Keystone/Arnold Jerocki
Der Vorfall ereignete sich im Viertel Castellane im Norden von Marseille, das für schwunghaften Drogenhandel bekannt ist. Die Elite-Einheit GIPN rückte am Mittag mit einem gepanzerten Fahrzeug in das Viertel ein.

Der Vorfall ereignete sich im Viertel Castellane im Norden von Marseille, das für schwunghaften Drogenhandel bekannt ist. Die Elite-Einheit GIPN rückte am Mittag mit einem gepanzerten Fahrzeug in das Viertel ein.

Keystone/Arnold Jerocki
Anwohner hatten am Vormittag von Kalaschnikow-Schüssen in die Luft berichtet. Es habe keine Verletzten gegeben.

Anwohner hatten am Vormittag von Kalaschnikow-Schüssen in die Luft berichtet. Es habe keine Verletzten gegeben.

Keystone/Arnold Jerocki

Am Montagmorgen haben mehrere vermummte Männer in La Castellane nördlich bei Marseille mit Kalaschnikows um sich geschossen. Laut ersten Erkenntnissen soll es sich um eine Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden kriminellen Banden um Drogenumschlagplätze gehandelt haben.

Polizisten waren am Vormittag angerückt, nachdem Anwohner von Kalaschnikow-Schüssen in die Luft berichtet hatten. Als die Polizei mit drei Fahrzeugen in dem Viertel Castellane eintraf, wurde sie dann selbst gezielt beschossen. «Wir wurden mit Salven bei unserer Ankunft vor Ort beschossen», sagte der Polizeichef des Départements, Pierre-Marie Bourniquel, der in einem der Polizeiautos sass. Die Fahrzeuge seien «klar» als Polizeifahrzeuge erkennbar gewesen.

Ganzes Quartier abgeriegelt

Die Elite-Einheit GIPN rückte am Mittag mit einem gepanzerten Fahrzeug in das Viertel ein. 40 Polizeibeamte haben inzwischen das Quartier, das für schwunghaften Drogenhandel bekannt ist, abgeriegelt. Die Zeitung «La Provence» schreibt, umliegende Schulen seien sofort geschlossen worden.

Premier Valls hält Präsentation zum Thema Kriminalität

In der Stadt kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Drogenbanden; häufig kommen dabei auch Kalaschnikows zum Einsatz.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls wollte Marseille am Nachmittag zusammen mit Innenminister Bernard Cazeneuve besuchen. Sie wollten dort die «ausgezeichneten» Erfolge im Kampf gegen die organisierte Kriminalität seit Antritt der sozialistischen Regierung in Paris vor zweieinhalb Jahren würdigen, wie Valls selbst sagte.

Der Regierungschef sprach in der Zeitung «La Provence» von einem «bedeutsamen Rückgang der Kriminalität» in Marseille und verwies insbesondere auf einen Rückgang der bewaffneten Diebstähle um 30 Prozent binnen zwei Jahren.

Nach Angaben der Regierung war Valls zum Zeitpunkt der Schüsse noch nicht in Marseille.

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