Vernehmlassung über zwei Unesco-Konventionen eröffnet

Aktualisiert

Vernehmlassung über zwei Unesco-Konventionen eröffnet

Der Bundesrat hat die Ratifikation der beiden Unesco-Konventionen über die kulturelle Vielfalt und das immaterielle Kulturerbe in die Vernehmlassung geschickt.

Sie räumen den Staaten das Recht auf eine eigene Kulturpolitik ein und verpflichten sie zu Massnahmen für den Schutz des immateriellen Kulturguts.

Die Unesco-Konvention über kulturelle Vielfalt bezweckt den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen und die Bestätigung des Rechts aller Staaten, Bestimmungen in diesem Sinne zu erlassen. Es geht dabei insbesondere um die Regelung von Fragen im Zusammenhang mit der Förderung und Verbreitung von Kultur. Weiter wird in der Konvention das Prinzip des Medienpluralismus und des öffentlichen Rundfunks bekräftigt. Die kulturelle Vielfalt sei für die Schweiz von höchster Bedeutung und als Teil des Staatsverständnisses in der Bundesverfassung verankert. An der 33. Generalkonferenz der Unesco habe sich die Schweiz im Oktober 2005 für die Verabschiedung der Konvention ausgesprochen, deren Erarbeitung sie von Anfang an unterstützt hat.

Die Unesco-Konvention zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes bezweckt die Erhaltung, Förderung und Erforschung von traditionellen kulturellen Ausdrucksformen wie Musik, Theater, Legenden, Tanz oder Handwerk. Mit der im Oktober 2003 von der Unesco-Generalkonferenz verabschiedeten Konvention werden die bestehenden internationalen Übereinkommen im Kulturbereich durch neue Bestimmungen zum immateriellen Kulturerbe wirksam bereichert und ergänzt, wie das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) mitteilte. Die Vertragsstaaten der Konvention sind aufgefordert, auf nationaler Ebene und im Rahmen internationaler Zusammenarbeit günstige Rahmenbedingungen für die Praxis und die Überlieferung traditioneller kultureller Ausdrucksformen zu schaffen. Auf internationaler Ebene ist die Schaffung einer repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit vorgesehen. Zur Finanzierung von Projekten und Programmen wird ein Fonds eingerichtet.

Die Vernehmlassungen zu den beiden Konventionen dauert bis zum kommenden 26. März. (dapd)

Deine Meinung