Matchwinner Drmic: «Verpasste Chancen trage ich im Kopf mit»
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Matchwinner Drmic«Verpasste Chancen trage ich im Kopf mit»

Zuerst vergibt er eine Grosschance, dann trifft er doch noch. Josip Drmic entscheidet das WM-Testspiel gegen Jamaika auch dank der Motivation seiner Teamkollegen.

von
kai

Ein Tor als Erlösung: Josip Drmic entscheidet die Partie gegen Jamaika. (Video: SRF)

Die Szene in der 67. Minute passte so gar nicht zu Josip Drmic. Nach einer mustergültigen Flanke Stockers stand der Stürmer alleine vor dem leeren Tor der Jamaikaner, drei Meter die Distanz, doch der künftige Leverkusener brachte es fertig, den vor ihm aufsetzenden Ball über die Latte zu schiessen. «Ich bin einer, der verpasste Chancen im Kopf mitträgt. Solche Szenen ärgern mich noch länger», sagte Drmic in der Nachbetrachtung. Seine Teamkollegen hätten ihn jedoch aufgemuntert und gesagt, er solle diese Chance vergessen. «Das hat mich motiviert und mir geholfen.»

Prompt eröffnete sich Drmic in der Schlussphase die nächste hochkarätige Möglichkeit – diesmal schlug er im Stil eines Goalgetters zu, wie er das in der abgelaufenen Bundesliga-Saison oft getan hatte. Wunderbar von Dzemaili lanciert, liess er im Strafraum einen Gegenspieler mit einer Finte aussteigen und düpierte Jamaika-Keeper Blake. «Das Goal war eine Erlösung für mich und tat uns allen gut, denn die Jamaikaner hatten es uns nicht leicht gemacht», sagte Drmic.

Kein Gegentor, keine Ausfälle: Hitzfeld zufrieden

Ottmar Hitzfelds Analyse ging in eine ähnliche Richtung. «Wir mussten zuerst den Widerstand des Gegners brechen, der nichts zu verlieren hatte und unbeschwert aufspielen konnte», sagte der Nationaltrainer. Zweierlei stand für ihn im Vordergrund: dass die Schweiz ohne Gegentor blieb und ohne gravierende Verletzungen davonkam. Lediglich Mehmedi und Ziegler erlitten kleinere Blessuren.

Hitzfeld sah den Test auch als gelungen an, weil die Jamaikaner zwei WM-Gruppengegner gut simulierten. «Sie sind unberechenbar und verteidigen ähnlich wie Honduras und Ecuador, die allerdings offensiv stärker sind. Auch gegen diese beiden Teams wird Geduld gefragt sein.»

Für Drmic war der Match ein erstes Herantasten an die WM. Mehr nicht. In Brasilien warten denn auch weitaus schwieriger zu meisternde Herausforderungen, auch klimatische. So sagte Drmic: «Der grösste Gegner steht noch vor uns – die Hitze.»

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