Spanischer Royal: Verrat, Affären, Tod – Doku deckt Skandale von Ex-König Juan Carlos auf

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Spanischer RoyalVerrat, Affären, Tod – Doku deckt Skandale von Ex-König Juan Carlos auf

In der neuen HBO-Max-Serie «Salvar al Rey» kommen mehr als 50 Menschen zu Wort, die über den einst schillernden Monarchen auspacken. In Spanien schlägt sie bereits hohe Wellen.

von
Katrin Ofner
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Alt-König Juan Carlos wird aktuell von seiner Vergangenheit eingeholt.

Alt-König Juan Carlos wird aktuell von seiner Vergangenheit eingeholt.

imago images/Manuel Cedron
Der Sender HBO Max hat eine neue Doku mit dem Namen «Salvar al Rey» veröffentlicht, in der es um seine skandalöse Vergangenheit geht.

Der Sender HBO Max hat eine neue Doku mit dem Namen «Salvar al Rey» veröffentlicht, in der es um seine skandalöse Vergangenheit geht.

IMAGO/PPE
Seit 2020 lebt der 84-Jährige im Exil in Abu Dhabi.

Seit 2020 lebt der 84-Jährige im Exil in Abu Dhabi.

imago images/Manuel Cedron

Darum gehts

Die Dokumentation «Salvar al Rey» (zu Deutsch: «Den König retten») lässt über dem spanischen Königshaus dunkle Wolken aufziehen. Die HBO-Serie enthüllt, wie der Staatsapparat von Alt-König Juan Carlos jahrelang versucht hat, den Ex-Regenten vor seinen eigenen Taten zu beschützen und seine Skandale zu vertuschen – darunter: dubiose Geldgeschenke aus Saudiarabien, Geldkoffer in der Schweiz, diverse Affären, Grosswildjagd in Afrika, ein Schwiegersohn im Gefängnis und eine deutsche Geliebte, die Teil seiner Geschäfte wurde.

Mehr als 50 Zeitzeugen kommen zu Wort und packen über den heute 84-Jährigen aus. Die von Campanilla Films produzierte Dokumentation wurde bereits Anfang September veröffentlicht, doch beworben wurde sie in Europa nicht. Bis jetzt. Hier sind einige Skandale, die in der Serie thematisiert werden.

Monarch verriet seiner Geliebten streng geheime Details 

Bisher unveröffentlichte Tonaufnahmen von Juan Carlos und seiner jahrelangen Geliebten, Bárbara Rey, spielen eine wichtige Rolle. Der Monarch hat der heute 72-Jährigen nämlich Details, welche die direkte Sicherheit des Staates betroffen haben, verraten. Zudem sprachen die beiden über den ehemaligen Direktor der Guardia Civil, Luis Roldán, der 1994 aufgrund von Anschuldigungen über finanzielle Unregelmässigkeiten aus dem Land flüchtete. «Unter uns gesagt, die Guardia Civil sagt, dass es besser ist, ihn nicht zu finden. Dass es besser ist, ihn tot zu finden», soll der einstige König zu Bárbara gesagt haben.

Juan Carlos’ Geliebte erpresste den Geheimdienst

Bárbara Rey erfuhr nicht nur Staatsgeheimnisse, sondern besass auch «intime Bilder und kompromittierende Aufnahmen» ihrer Treffen mit Juan Carlos. Später soll sie den spanischen Geheimdienst sogar erpresst haben, da sie damit drohte, das heikle Material zu veröffentlichen. Der Geheimdienst zahlte ihr daraufhin angeblich umgerechnet 290’000 Franken und sie erhielt eine eigene TV-Show bei Canal 9.

Würdest du dir die Dokumentation über Juan Carlos ansehen?

Juan Carlos erschoss seinen Bruder

Ebenfalls thematisiert die Doku den schockierenden Unfall im spanischen Königshaus, der sich an Ostern 1965 ereignete. Juan Carlos reiste damals ins portugiesische Estoril, um die Feiertage mit seiner im Exil lebenden Familie zu verbringen. Am Abend des Gründonnerstags schoss Juan Carlos versehentlich mit seiner Militärwaffe auf seinen kleinen Bruder. Alfonso erlitt eine tödliche Schusswunde an der Stirn. Anschliessend ist es allerdings nie zu einer polizeilichen Untersuchung noch zu einer Autopsie gekommen. Auch in der Presse wurde die Tat verschwiegen und vertuscht.

Juan Carlos hat seinen Vater verraten, um König zu werden

Juan Carlos ist der Enkel von Alfonso XIII., dem letzten spanischen König vor der Abschaffung der Monarchie 1931. Nach seinem Sieg im spanischen Bürgerkrieg im Jahr 1939 übernahm Francisco Franco und regierte Spanien bis 1975 als Diktator. Die spanische Königsfamilie lebte daher im Exil – erst in Rom, wo Juan Carlos 1938 geboren wurde, dann in der Schweiz und in Portugal. Der Vater des Alt-Königs, Don Juan de Borbón, gab die Hoffnung auf den spanischen Thron allerdings nie auf. Aus dem Exil heraus soll er gemäss «Costa Nachrichten» sogar Hitler um Hilfe gebeten haben, um in Spanien wieder eine Monarchie zu installieren. Ab 1947 war dies in Spanien wieder so, allerdings vorerst ohne König. 

Das Schicksal des Throns lag nämlich in den Händen von Franco, der darauf bestand, dass der damalige zehnjährige Juan Carlos bei ihm aufwächst und eine königswürdige Ausbildung absolvieren soll, um anschliessend nach seinen diktatorischen Ansichten zu regieren. Franco starb im November 1975, woraufhin Juan Carlos nur zwei Tage danach im Alter von 30 Jahren der erste amtierende Monarch seit 1931 wurde. Und das, obwohl eigentlich sein im Exil lebender Vater Anrecht auf den Thron hatte, da er erst 1977 offiziell auf seine Thronansprüche zugunsten seines Sohnes verzichtete.

Das spanische Königshaus hat sich zur neuen HBO-Dokumentation bislang noch nicht geäussert.

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