Aktualisiert 20.10.2011 23:00

AgrarrohstoffeVerschärfte Kritik an den Rohstoff-Spekulanten

Die Deutsche Bank prüft den Ausstieg aus den Agrarrohstoff-Spekulationen. Schweizer Banken sehen jedoch keinen Handlungsbedarf.

von
Kerstin Eiselt
Treibt Spekulation mit Agrarrohstoffen die Preise in die Höhe? (Foto: keystone)

Treibt Spekulation mit Agrarrohstoffen die Preise in die Höhe? (Foto: keystone)

Die Wetten auf Agrarrohstoffe wie Mais oder Weizen würden die Preise in die Höhe treiben, ist Foodwatch überzeugt: «Investmentbanker machen sich mitschuldig am Hunger in der Welt.» Die Berliner Konsumentenschützer hatten es unter anderem auf die Deutsche Bank abgesehen. Eine Attacke mit über 10 000 E-Mails an den Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, war ein Erfolg. Der Schweizer reagierte auf die Kampagne mit einem Brief: «Sollten sich ausreichende Belege dafür finden, dass diesbezügliche Aktivitäten der Bank die von Ihnen beschriebenen Auswirkungen haben könnten, werden wir die entsprechenden Konsequenzen ziehen.»

Die Schweizer Finanzinstitute sehen allerdings keinen Handlungsbedarf, wie eine Umfrage von 20 Minuten zeigt. «Wir stimmen nicht mit der Einschätzung überein, Spekulation als zentrale Ursache für steigende Nahrungsmittelpreise darzustellen», sagt Samuel Brandner, Sprecher der UBS. Ursache für den Agrarrohstoff-Boom seien steigende Nachfrage der Schwellenländer, hohe Energiepreise, Klima und Bio-Treibstoffe. Die Credit Suisse führe Transaktionen im Auftrag von Kunden aus, wobei sie bei Agrarrohstoffen ein äusserst kleiner Marktteilnehmer sei, sagt CS-Sprecher Thomas Baer. Die ZKB bietet grösseren Anlegern Investments an, bei denen Agrarprodukte jedoch in der Minderheit sind. «Diese Anlageprodukte gelten als nicht preistreibend», so Thomas Pfenninger von der ZKB.

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