Aktualisiert 27.08.2012 11:41

Besucher-BoomVerschandeltes Jesus-Bild lockt Touristen an

Der klägliche Versuch, ein Jesus-Gemälde zu restaurieren, hat eine 80-Jährige und das spanische Städtchen Borja weltberühmt gemacht. Nun stehen Schaulustige Schlange, um das Werk zu betrachten.

von
ske

Das von einer Rentnerin verunstaltete Jesus-Gemälde in einer spanischen Kirche hatte weltweit für Belustigung gesorgt. Jetzt ist die Stadt Borja deshalb auch noch zur Touristenattraktion geworden. Das verpfuschte Werk zog übers Wochenende tausende Schaulustige an, die das Bild selbst begutachten oder sich neben ihm fotografieren lassen wollten. Auch ausländische Journalisten waren unter den Besuchern der Wallfahrtskirche «Nuestra Señora de la Misericordia de Borja».

Die Stadt verdankt den Besucherboom den nicht unbedingt ausgeprägten Malkünsten der 80-jährigen Rentnerin Cecilia Giménez. Diese hatte versucht, das 102 Jahre alte Wandgemälde «Ecce Homo» auszubessern, weil die Farbe abgebröckelt war. Das misslang der Frau jedoch gründlich. Der gekreuzigte Jesus sieht jetzt eher aus wie ein Äffchen mit süssen Knopfaugen.

Eine Frau gab sich im spanischen Fernsehen laut der Nachrichtenagentur AFP besonders begeistert. Sie war extra nach Borja gereist, um sich das restaurierte Gemälde anzusehen. «Das ursprüngliche Gemälde war auch sehr hübsch, aber dieses mag ich wirklich.»

Kreative Internetgemeinschaft

Die Nachricht über die Arbeit der Rentnerin hatte sich via Medien und Internet in Windeseile verbreitet. Einige Medien bezeichneten das Jesus-Bild bereits als die misslungenste Restauration der Geschichte. Die Rentnerin verfügt aber seither über eine wachsende Fangemeinde. 18 000 Menschen haben eine Online-Petition unterschrieben, welche verhindern soll, dass die Stadt das Originalbild möglichst rasch wieder herstellt.

Auch Facebook-Nutzer sind kreativ. Auf den Seiten «Señoras que restauran Cristos de Borja» (Damen, die den Christus von Borja restaurieren) und «Cecilia Giménez» werden zahlreiche Fotocollagen gepostet, die andere Kunstwerke mit dem Gesicht des restaurierten Jesus-Bildes zeigen oder das Gesicht mit demjenigen von Alf ersetzen. Die Seiten haben schon über 35 000 Fans.

Auch die Bewohner des Dorfs Borja können sich für die misslungene Restaurierung begeistern. Sie verteidigen die Restauratorin. Cecilia Giménez habe nur in bester Absicht gehandelt. Ausserdem sei es ihr gelungen, den Ortsnamen Borja in die Schlagzeilen der internationalen Medien zu bringen.

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