Verschleppte Italiener gewaltsam befreit
Aktualisiert

Verschleppte Italiener gewaltsam befreit

Zwei in Afghanistan entführte italienische Soldaten sind mit einer Militäroperation im Westen des Landes befreit worden. Bei der Befreiungsaktion gab es Tote und Verletzte.

Die internationale Schutztruppe ISAF führte den Einsatz. Ersten Berichten zufolge wurden fünf der Entführer getötet, beide Soldaten erlitten Verletzungen. Einer der beiden sei schwer verletzt, hiess es. Zunächst war nicht klar, ob die beiden sich ihre Verletzungen bei dem Militäreinsatz zuzogen. Sie wurden in ein Krankenhaus der Internationalen Afghanistan-Schutztrupppe (ISAF) gebracht.

Die beiden Soldaten waren seit Samstag vermisst worden. Sie hatten mit zwei afghanischen Mitarbeitern eine Kontrollstelle der Polizei in der westlichen Provinz Herat passiert, seitdem galten sie als verschollen. Der Polizeichef von Herat, Dschuma Adil, sagte, die Italiener arbeiteten bei einem Wiederaufbauteam, das mit der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) in Verbindung steht.

Italien erpressbar

Die Regierungen in Afghanistan und Italien waren im März in die Kritik geraten, nachdem fünf inhaftierte Taliban-Kämpfer im Austausch für die Freilassung eines entführten italienischen Journalisten aus dem Gefängnis freikamen. Es wurde befürchtet, mit einem solchen Austausch könnte ein Anreiz für weitere Entführungen geschaffen werden. Ausserdem versuchen kriminelle Banden mit Entführungen Lösegeld zu erpressen.

In der südlichen Provinz Sabul verschleppten und töteten die Taliban drei Afghanen, denen sie Spionage für die USA vorwarfen. Wie die Behörden mitteilten, wurden die Leichen am Samstagabend gefunden. Ein Opfer wurde von den Aufständischen enthauptet, die anderen erschossen.

Noch keine Entführungen bei Impfaktion

Freiwillige Helfer führten unterdessen im unruhigen Süden Afghanistans eine grossangelegte Impfaktion zum Schutz vor Kinderlähmung durch. Dabei arbeiteten sie mit dem Gouverneur der Provinz Kandahar und Stammesältesten zusammen, die ihnen sicheres Geleit gewährleisten wollten, erklärte die Vertreterin des Kinderhilfswerks UNICEF in Afghanistan, Catherine Mbengue, am Samstag.

Die rund 10 000 Helfer sind seit Mittwoch unterwegs. Innerhalb einer Woche sollen 1,3 Millionen Kinder geimpft werden. Auch die Provinz Helmand, wo die schwersten Kämpfe zwischen den Taliban und den internationalen Truppen stattfinden, wurde in das Programm einbezogen. (dapd)

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