Euro-Mindestkurs: Verschnaufpause für die Nationalbank

Aktualisiert

Euro-MindestkursVerschnaufpause für die Nationalbank

Die Giroguthaben der Banken bei der Nationalbank sind erstmals seit langem gesunken. SNB-Chef Jordan und seine Mannen mussten am Devisenmarkt wohl weniger stark intervenieren.

EZB sei Dank. Nationalbank-Präsident Thomas Jordan darf entspannter in die Zukunft blicken als auch schon.

EZB sei Dank. Nationalbank-Präsident Thomas Jordan darf entspannter in die Zukunft blicken als auch schon.

Schweizer Banken haben zum ersten Mal seit vier Monaten weniger Geld bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) parkiert als in der Woche zuvor. In der Woche zum 21. September sanken die Giroguthaben der Banken bei der SNB um 1,85 Mrd. auf 292,31 Mrd. Franken, wie die Nationalbank am Montag mitteilte.

Mitte Mai, bevor ein rasanter Aufwärtstrend einsetze, hatten die Guthaben noch 151 Mrd. Fr. betragen. Mitte Juli lag die Zunahme bei 12 Mrd. Franken, in den vergangen zwei Wochen stiegen die Guthaben noch um 2 respektive 3 Mrd. Franken.

EZB-Versprechen sei Dank

Die Entwicklung der Guthaben gilt als Indiz dafür, wie stark die SNB in Devisenmarkt interveniert, um die Euro-Untergrenze von 1.20 Franken zu verteidigen. Der Franken-Gegenwert der Euros, die die SNB von Banken aufkauft, wird den Girokonten gutgeschrieben. Seit Anfang September notiert der Euro um 1.21 Franken.

Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), Staatsanleihen schuldengeplagter EU-Staaten aufkaufen zu wollen, sowie das «Ja» des deutschen Verfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm ESM verschafften dem Euro zum Franken Luft.

(sda)

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