Aktualisiert 05.04.2017 15:07

BierschnegelVerschollene Schnecke auf St. Pauli wiederentdeckt

Wenn auf der Reeperbahn die Rede von Schnecken ist, sind normalerweise keine Tiere gemeint. In diesem Fall ist es jedoch genau so.

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Die Reeperbahn im Herzen von Hamburg ist normalerweise Anlaufstelle für Nachtschwärmer ...

Die Reeperbahn im Herzen von Hamburg ist normalerweise Anlaufstelle für Nachtschwärmer ...

Flickr.com/Martin Abegglen/CC BY-SA 2.0
... Show-Fans und für an Erotik Interessierte.

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Flickr.com/Martin Abegglen/CC BY-SA 2.0
Doch nun wurde dort ein alter Bekannter wiederentdeckt: der Bierschnegel, eine Nacktschneckenart, die zuvor gut 80 Jahre lang nicht mehr in Hamburg nachgewiesen werden konnte.

Doch nun wurde dort ein alter Bekannter wiederentdeckt: der Bierschnegel, eine Nacktschneckenart, die zuvor gut 80 Jahre lang nicht mehr in Hamburg nachgewiesen werden konnte.

UHH/Neiber

Nach 80 Jahren ist in Hamburg die Nacktschneckenart Bierschnegel wiederentdeckt worden – ausgerechnet auf der Reeperbahn. Der letzte Nachweis für Hamburg stammte aus der Zeit um 1935, seitdem galt die Schnecke in der Hansestadt als verschollen beziehungsweise ausgestorben, wie die Universität Hamburg mitteilt.

Im Sommer 2015 wurde der Bierschnegel erstmals wieder auf dem Hof eines Hostels auf der Reeperbahn gesichtet, ein weiterer Nachweis gelang 2016 nahe dem Zoologischen Museum. Neben Berlin ist Hamburg nun die einzige deutsche Grossstadt, in der die Schneckenart nachgewiesen wurde. Früher kam der Bierschnegel im Stadtzentrum Hamburgs häufig vor, besonders in feuchten Kellern.

Schleimiger Schädlingsbekämpfer

Der Bierschnegel mit dem lateinischen Namen Limacus flavus wird etwa zehn Zentimeter lang und ist durch sein charakteristisches Fleckenmuster, eine gelbgrünliche Färbung und durch blaugrau gefärbte Fühler gut von anderen heimischen Nacktschneckenarten zu unterscheiden.

Er bevorzugt feuchte, dunkle Lebensräume wie Keller und Lagerräume, alte Bruchsteinmauern, Park- und Gartenanlagen sowie Gullys und Abwasserkanäle.

Der Name Bierschnegel geht auf das früher häufige Vorkommen in Brauereikellern zurück, wo sich die Nacktschnecke von Vorräten und Abfällen der Bierproduktion ernährte und als Vorratsschädling galt. Durch Gebäudesanierungen und die Zerstörung geeigneter Lebensräume wurde der Bierschnegel in den vergangenen Jahrzehnten vielerorts selten. Er steht auf der roten Liste bedrohter Arten. (fee/afp)

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