Abgetaucht: Verschollenem Stürmer droht der Rausschmiss
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AbgetauchtVerschollenem Stürmer droht der Rausschmiss

Kaylen Hinds fehlt seit über drei Wochen im Training des VfL Wolfsburg. Die Begründung für sein Fernbleiben ist dubios. Nun muss der Brite mit Konsequenzen rechnen.

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ddu
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Kritischer Blick: Kaylen Hinds (l.) neben einem Teamkollegen im Training des VfL Wolfsburg, wo der Brite seit bald einem Monat nicht mehr aufgetaucht ist.

Kritischer Blick: Kaylen Hinds (l.) neben einem Teamkollegen im Training des VfL Wolfsburg, wo der Brite seit bald einem Monat nicht mehr aufgetaucht ist.

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Beim offiziellen Fototermin für die Saison 2018/19 war der 20-Jährige (Reihe 1, Dritter von links) noch in Wolfsburg, danach tauchte er unter.

Beim offiziellen Fototermin für die Saison 2018/19 war der 20-Jährige (Reihe 1, Dritter von links) noch in Wolfsburg, danach tauchte er unter.

Keystone/Peter Steffen
Im September 2017 spielte der Stürmer mit der englischen U20-Nationalmannschaft in Winterthur gegen die Schweiz – hier duelliert er sich mit Charles Pickel.

Im September 2017 spielte der Stürmer mit der englischen U20-Nationalmannschaft in Winterthur gegen die Schweiz – hier duelliert er sich mit Charles Pickel.

Keystone/Walter Bieri

Für 1,5 Millionen Euro hat der VfL Wolfsburg im Juli 2017 Kaylen Hinds aus der Jugendabteilung des FC Arsenal geholt. Der Stürmer war bisher definitiv ein Fehleinkauf, denn er sorgte beim Bundesligisten vielmehr für Ärger als Freude. Weil sich der 20-Jährige nicht durchsetzen konnte, lieh der Club ihn in der vergangenen Winterpause dem Zweitligisten Greuther Fürth aus. Dort kam Hinds kein einziges Mal zum Einsatz. Das ist aber nicht das Problem.

Den Wölfen macht vielmehr zu schaffen, dass der Brite nach der Sommerpause beim Trainingsauftakt nicht aufgetaucht ist – ohne seine Abwesenheit zu melden. Mittlerweile ist Hinds seit mehr als drei Wochen verschwunden. «Er fehlt seit ein paar Tagen beim Training. Es sind ein paar Tage zu lange», wird Wolfsburgs Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke in der «Welt» zitiert.

Ohne Pass auf der Insel

Offenbar befindet sich der Angreifer in seiner Heimat. «Anscheinend hat er seinen Pass verloren und irrt jetzt durch England, um einen neuen zu bekommen», sagt Schmadtke. Hinds' Begründung, dass er die Insel deshalb nicht verlassen könne, klingt eher nach einer billigen Ausrede für sein Fernbleiben. Wo der Brite genau steckt, wissen die Verantwortlichen der Grün-Weissen nicht. Ebenso wenig, was die Umstände und Motivation für sein Abtauchen sind.

In Wolfsburg hat der englische U20-Nationalspieler mit Sicherheit keine Zukunft mehr. Der Geduldsfaden der Wölfe ist gerissen. «Die Situation ist nicht tragbar. Wir nehmen das so nicht hin und werden es sanktionieren», kündigte Schmadtke in der «Bild» an. Der Verein hat Hinds wegen seinem Schwänzen der Trainingseinheiten eine Busse «im mittleren fünfstelligen Bereich» auferlegt und ihn schriftlich abgemahnt.

Wer zahlt eine Million für ihn?

Mit einer Rückkehr des Angreifers rechnen zwar alle. «Ich gehe davon aus. Das sollte er schon machen. Alles andere werden wir sehen. Der Junge schadet sich nur selbst. Das ist das Schlimmste daran», sagte Trainer Bruno Labbadia gegenüber deutschen Medien. Der Brite hat beim Bundesligisten schliesslich noch einen bis 2020 gültigen Vertrag.

Hinds' Marktwert beläuft sich auf eine Million Euro. Eine Summe, die der Club natürlich wieder reinholen will. Das Problem ist nur, dass es nun schwierig werden dürfte, einen Interessenten für den Offensivspieler zu finden. Wer will einen jungen Mann unter Vertrag nehmen, der derart unzuverlässig ist? Die Wölfe haben aber kaum Spielraum. Sollte der Club den Profi ein drittes Mal schriftlich abmahnen, würde dies einer fristlosen Freistellung entsprechen. Dann könnte der 20-Jährige den Club ablösefrei verlassen. Zuerst stellt sich aber eine ganz andere Frage: Wer findet Hinds?

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