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Verschüttete Snowboarder gerettet - 34 evakuiert

Dramatische Rettungsaktionen wegen Wintereinbruch in den Alpen: Im Berner Oberland und im Wallis wurden zwei Snowboarder aus Lawinen gerettet. Aus einer Walliser Berghütte mussten 34 eingeschneite Silvesterpartygäste per Helikopter evakuiert werden.

Glück im Unglück hatte eine Gruppe von Snowboardern am Mittwoch in Adelboden. Ausserhalb der markierten Pisten lösten sie eine Lawine aus, wie die Rettungsflugwacht (Rega) mitteilte. Alle drei wurden verschüttet. Zwei konnten sich aus eigener Kraft aus den Schneemassen befreien, der dritte 18-jährige Snowboarder konnte von den Rettungskräften geborgen werden. Der junge Mann hatte Glück, weil ein Bergführer auf einem nahen Sessellift das Unglück beobachtet hatte und dem Rettungsteam den genauen Ort zeigen konnte. Der Gerettete wurde mit Unterkühlungen ins Spital geflogen.

Auch im Walliser Skigebiet Chandolin ist ein Snowboarder den Schneemassen unverletzt entronnen. Der 15-Jährige löste zusammen mit anderen Snowboardern ausserhalb der markierten Piste ein Schneebrett aus. Nach 25 Minuten konnten die Retter den Verschütteten befreien und ins Spital von Sitten fliegen. Er befindet sich ausser Lebensgefahr.

Ebenfalls im Wallis mussten 34 Personen aus einer Berghütte oberhalb der Ortschaft Grimentz evakuiert werden. Die Gruppe, die in der Hütte «Becs de Bosson» Silvester gefeiert hatte, war seit den starken Schneefällen vom vergangenen Montag eingeschlossen, wie ein Sprecher der Helirettungsfirma Air Glaciers sagte. Die grosse Lawinengefahr habe die Rückkehr ins Tal verunmöglicht. Erst am Mittwoch konnten die Eingeschlossenen aus der Lawinenzone geflogen werden.

Durch die massiven Schneefälle seit Jahresbeginn herrscht in weiten Teilen der Alpen weiterhin erhebliche Lawinengefahr, wie das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung am Mittwoch mitteilte. Am westlichen Alpennordhang und im nördlichen Unterwallis fielen von Montagmorgen bis Mittwochmittag oberhalb von rund 2.000 Metern zwischen 80 und 110 Zentimetern Schnee. Im übrigen Unterwallis, am zentralen Alpennordhang sowie im Gotthardgebiet waren es 60 bis 80 Zentimeter. Nur 20 bis 60 Zentimeter waren es im Oberwallis, im nördlichen Tessin, am östlichen Alpennordhang und von Nordbünden bis ins Unterengadin. In der Nacht auf Freitag wird laut Institut am Alpennordhang nur noch wenig Schnee fallen. Am Samstag ist es meist sonnig und deutlich milder. Die Lawinengefahr nimmt nur langsam ab. (dapd)

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