Aktualisiert 25.09.2018 05:43

Liestal BLVerschwieg Kantonsspital gravierende Vorfälle?

Eine anonyme Quelle berichtet von gravierenden Missständen am Spital Liestal. Swissmedic bestätigt eine Inspektion, die Spitalleitung will aber nichts von schweren Mängeln wissen.

von
lha
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Das Kantonsspital in Liestal: Eine anonyme Quelle berichtet von gravierenden Missständen im Spital, die auch bei einer Inspektion durch die Heilmittelbehörde Swissmedic Mitte September fesgestellt worden seien.

Das Kantonsspital in Liestal: Eine anonyme Quelle berichtet von gravierenden Missständen im Spital, die auch bei einer Inspektion durch die Heilmittelbehörde Swissmedic Mitte September fesgestellt worden seien.

KSBL
Swissmedic bestätigte die Inspektion, kommentierte die Ergebnisse aber nicht. Das Kantonsspital wies die anonym vorgebrachten Vorwürfe auf Anfrage zurück. Die Behauptungen seien schlicht falsch, so die Sprecherin.

Swissmedic bestätigte die Inspektion, kommentierte die Ergebnisse aber nicht. Das Kantonsspital wies die anonym vorgebrachten Vorwürfe auf Anfrage zurück. Die Behauptungen seien schlicht falsch, so die Sprecherin.

Keystone/Peter Klaunzer
Unwahr sei auch, dass dem Standort Bruderholz ein Grounding drohe. Mehrere Kaderärzte würden zwar das Spital verlassen, seien der Klinikführung aber schon länger bekannt.

Unwahr sei auch, dass dem Standort Bruderholz ein Grounding drohe. Mehrere Kaderärzte würden zwar das Spital verlassen, seien der Klinikführung aber schon länger bekannt.

KSBL

«Kantonsspital Baselland bei Swissmedic-Prüfung durchgefallen»: Die Überschrift einer am Sonntag versandten Mitteilung einer Organisation namens Medwatch lässt aufhorchen. Darin ist die Rede von gravierenden medizinischen Zwischenfällen und Mängeln bei den Hygiene- und Sicherheitsstandards im Spital Liestal, einem der drei Standorte des Kantonsspitals Baselland. Aufgrund unterlassener Meldungen sehe das KSBL nun sogar einer Strafanzeige entgegen.

Wer hinter Medwatch steht ist unklar. Gemäss Eigendeklaration handelt es sich um eine private Initiative von Fachleuten aus allen Bereichen des Schweizer Gesundheitswesens. Medwatch ist nirgends eingetragen und bisher noch nie öffentlich in Erscheinung getreten. Eine schriftliche Anfrage von 20 Minuten blieb am Montag unbeantwortet.

Swissmedic kommentiert Inspektion nicht

Die Annahme, dass Whistleblower aus dem KSBL selbst unter diesem Namen auftreten, ist naheliegend. Medwatch weiss von einer «kurzfristig anberaumten» Inspektion durch Swissmedic am 14. September, bei der gleich «mehrere Verstösse bezüglich der Wiederaufbereitung und der Instandhaltung von Medizinprodukten» zutage getreten seien. Weiter ist die Rede von der Strafanzeige durch Swissmedic und einer empfindlichen Busse, die das KSBL zu gewärtigen habe.

Swissmedic bestätigte auf Anfrage die Inspektion am 14. September. Die Ergebnisse kommentiert die Vollzugsbehörde allerdings nicht: «Swissmedic kann sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter zum laufenden Verfahren äussern», lässt sie verlauten. Man kontrolliert in Schweizer Spitälern regelmässig, ob die Vorgaben zur Wiederaufbereitung und Instandhaltung von Medizinprodukten eingehalten würden.

Spital weist Vorwürfe zurück

Das Kantonsspital Baselland weist die schweren Vorwürfe von Medwatch auf Anfrage zurück. Dass Swissmedic Strafklage gegen das KSBL einreichen werde, sei reine Spekulation. Der endgültige Bericht der Inspektion liege noch nicht vor. Auch sei «die Behauptung, dass es gravierende Zwischenfälle gegeben hat, die den Gesundheitszustand von Personen beeinträchtigt oder sogar ihr Leben gefährdet hätten, schlicht falsch», hält Anita Kuoni, Sprecherin des Kantonsspitals, fest.

Weiter betont sie, dass Swissmedic dem KSBL in vielen Bereichen gute Noten erteilt habe. Sie gibt aber auch zu, dass es einige Punkte gebe, die es nachzubessern gelte. «Als grösster Schwachpunkt wurde der nicht durchgängige Vigilanz-Prozess kritisiert. Dies ist Gegenstand interner Abklärungen», sagt sie.

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