Verschwörungstheorie: Armstrong deckt Landis
Aktualisiert

Verschwörungstheorie: Armstrong deckt Landis

Der mehrfach des Dopings bezichtigte siebenfache Tourgewinner Lance Armstrong vermutet, dass sein früherer Teamkollege Floyd Landis beim positiven Dopingtest vom Labor reingelegt wurde. Es sei das gleiche Labor gewesen, welches auch ihn des Dopings beschuldigt habe.

Floyd Landis hatte den Grenzwert am Tag seiner positiven Dopingprobe gemäss ARD massiv überschritten. Der Quotient zwischen Testosteron zu Epitestosteron soll 11:1 betragen haben - der Grenzwert liegt bei 4:1. Nichtsdestotrotz hat der siebenfache Tour-Sieger Lance Armstrong für seinen Landsmann eine Lanze gebrochen - er glaubt an eine Verschwörungstheorie.

Landis' Vertrauensärztin Denise Demir sagte der Zeitung «Bild», dass sie für Landis die Hand ins Feuer lege. «Er war natürlich nicht gedopt.» Während der Tour de France hatte sich die deutsche Phonak-Betreuerin noch nicht so klar geäussert. Als Teamärztin könne sie die Hand für ihre Fahrer nicht ins Feuer legen, weil sie die Fahrer nicht 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche unter Kontrolle habe (»SonntagsZeitung»).

Der mutmassliche Dopingsünder Landis setzte derweil seinen Verteidigungsmarathon fort - am Freitag bei CNN-Talkmaster Larry King. In die Sendung schaltete sich auch Lance Armstrong ein, der seinem ehemaligen Teamkollegen volle Rückendeckung gab. Armstrong hatte auch die passende Verschwörungstheorie zur Hand: Die Dopingprobe sei im gleichen Labor analysiert worden, das auch für die Anschuldigungen und Verdächtigungen gegen seine Person verantwortlich sei, sagte Armstrong am Telefon. «Ich glaube weiterhin an Floyd. Wenn wir je den Verdacht gehabt hätten, er sei ein Betrüger, hätten wir uns von ihm getrennt. Als er uns verliess, ging er aber lediglich wegen einer besseren Offerte», tönte es aus Armstrongs Mund.

Landis räumte im Interview mit Larry King immerhin ein, dass die Zweifel an seiner Version verständlich seien. «Ich bin vor dem positiven Befund sechsmal und danach noch zweimal kontrolliert worden. Wenn die Tests negativ sind, erhält man keine Resultate, weshalb ich die Quotienten nicht kenne. Doch alle waren unter dem Grenzwert. Aber die Vorstellung in den Alpen, auf die ich sehr stolz bin, macht die Sache möglicherweise verdächtiger.»

(si)

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