Aktualisiert 16.05.2007 00:09

Verschwundene Madeleine: Verdächtiger freigelassen

Bei der Suche nach der in Portugal entführten vierjährigen Madeleine ist die Polizei möglicherweise auf eine Spur gestossen. Die Ermittler verhören zur Zeit einen Engländer. Es gibt aber keine ausreichenden Beweise für eine Festnahme.

Die Nachrichtenagentur Lusa hatte zuvor berichtet, der Mann sei zwölf Stunden lang verhört worden. Der Brite hatte sich bisher als freiwilliger Übersetzer für die portugiesische Polizei betätigt. Dadurch war er von Anfang an mit dem Stand der Ermittlungen vertraut. Das Haus, in dem der geschiedene 32-jährige Mann mit seiner Mutter wohnt, wurde von Experten der Spurensicherung durchsucht.

Zudem hätten die Ermittler aus dem Swimmingpool des Briten das Wasser abgelassen und auch dort nach Spuren gesucht, berichtete der «Daily Telegraph». Das Haus befindet sich unweit der Ferienanlage im Badeort Praia da Luz, aus der das britische Mädchen am 3. Mai entführt worden war.

Laut BBC war der Engländer durch Hinweise einer Londoner Boulevardreporterin unter Verdacht geraten. Sie hatte ihn bei der Polizei angezeigt, weil er Reportern sagte, er habe in England eine vierjährige Tochter, die der entführten Madeleine ähnlich sehe.

Nach Medienberichten wurden auch eine Frau aus Deutschland und ein Portugiese vernommen. Die Eltern der entführten Madeleine hatten am Vortag erklärt, sie würden so lange nicht nach Grossbritannien zurückkehren, bis ihre Tochter gefunden werde.

Mehr als acht Millionen Franken Belohnung sind inzwischen von Privatleuten für Hinweise auf Madeleines Verbleiben ausgesetzt worden. Auch Prominente wie der Unternehmer Richard Branson, Kinderbuchautorin J.K. Rowling und Fussballstar David Beckham setzten sich für Madeleine ein. (sda)

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