Aktualisiert 28.08.2019 06:20

Haare im Gesicht

Verseuchtes Medikament macht Babys zu Werwölfen

Sie wurden gegen Sodbrennen behandelt, doch dann begannen bei 16 kleinen Patienten unkontrolliert Haare im Gesicht zu wachsen. Das Medikament war offenbar kontaminiert.

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Das Werwolf-Syndrom ist auch bekannt unter dem Begriff Hypertrichose.

Das Werwolf-Syndrom ist auch bekannt unter dem Begriff Hypertrichose.

Das Werwolf-Syndrom ist für einen starken Haarwuchs verantwortlich.

Das Werwolf-Syndrom ist für einen starken Haarwuchs verantwortlich.

epa/Barbara Walton
Diese Genmutation tritt sehr selten auf.

Diese Genmutation tritt sehr selten auf.

epa/Barbara Walton

Im Süden Spaniens macht sich derzeit ein Horror-Syndrom unter Babys breit. Nachdem den Kleinen ein Medikament gegen Sodbrennen verabreicht worden war, bekamen sie Haare im ganzen Gesicht. Das Medikament war offenbar mit einer Droge verseucht, die gegen Haarausfall, sogenannte Alopezie, verwendet wird.

Bereits 16 Babys haben sich in der Provinz Granada in «Werwölfe» verwandelt, nachdem sie kontaminierte Medizin bekamen, die aus Indien importiert worden war. Konkret nahmen die Kinder Omeprazol ein, ein Mittel, das bei Reflux-Beschwerden verschrieben wird.

Kurz danach verstärkte sich der Haarwuchs bei den Kindern. Jedoch nicht nur am Kopf, sondern auch am Körper und vor allem im Gesicht. Sie waren an Hypertrichosis erkrankt, den sogenannten «Werwolf Syndrom». Ermittlungen zeigten, dass das Anti-Reflux-Medikament mit Minoxidil verseucht war, ein Arzneistoff, der zur Behandlung erblich bedingten Haarausfalls verwendet wird.

Tabletten vom Markt genommen

Gesundheitsorganisationen bestätigten die «Verwandlungen» gegenüber der spanischen Zeitung «El Pais». Demnach ging der Haarwuchs langsam wieder zurück, nachdem man die Tabletten abgesetzt hat.

Die Medizin wurde mittlerweile in Spanien vom Markt genommen. Den Eltern wurde geraten, umgehend einen Arzt aufzusuchen, falls sie ihren Kindern die kontaminierten Tabletten gegeben haben.

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