Aktualisiert 10.02.2004 06:43

Versicherungs-Streit um Zahlungen ans WTC

Ein New Yorker Gericht berät seit Montag, wie viel Entschädigung die Versicherungen für das am 11. September 2001 zerstörte World Trade Center (WTC) bezahlen sollen.

Barry Ostrager, Anwalt des Haupt-versicherers Swiss Re, sagte zur Eröffnung des Prozesses, WTC-Pächter Larry Silverstein habe «seine Interessen» an der Versicherungssumme nach dem 11. September geändert. Die Versicherung sei aber schon am 19. Juli 2001 in Kraft getreten.

Der Anwalt Silversteins, Herb Wachtell, behauptete dagegen, die Swiss Re habe sich bereits am 26. Juli an einen Versicherungsvorschlag gebunden, nach dem die Terrorattacken als zwei Ereignisse gelesen werden können.

Police nicht abgeschlossen

Am Tag der Anschläge war die Versicherungspolice für das WTC noch nicht abgeschlossen. Es existierte lediglich ein rechtlich bindendes Manuskript. Der Rechtsstreit dreht sich nun darum, auf Grund welchen Vorschlages dieses Manusskript verfasst wurde.

Ein «Wilprop Papier» genannter Vorschlag bestimmt die Gesamtsumme für die Entschädigung auf 3,5 Milliarden Dollar. Nach dem «Travelers Formular»-Vorschlag könnte sie aber mit 6,6 Milliarden beinahe doppelt so hoch ausfallen.

Für die Swiss Re beruft sich Ostrager auf Silversteins eigenen Risiko-Manager, der am 12. September bestätigt habe, man halte sich bei der Versicherung an das Wilprop-Papier. Die Verteidigung könne beweisen, dass sich das rechtlich bindende Manuskript einzig auf den Wilprop-Vorschlag stütze, sagte Ostrager den zwölf Geschworenen.

Wachtell zitierte in seinem Eröffnungsplädoyer den Versicherungsmakler Paul Blackmore. Dieser bestätigte, mit dem Unterzeichnenden der Swiss Re, Daniel Bollier, das «Travelers- Formular» diskutiert zu haben.

Nicht von Emotionen leiten lassen

Richter Michael Mukasey wies die New Yorker Jury an, sich nicht von Emotionen leiten zu lassen, die von den tragischen Ereignissen des 11. Septembers herrühren. Die Geschworenen sollen sich einzig auf die Versicherungspolicen konzentrieren.

In den kommenden Tagen sollen nun zahlreiche Zeugen verhört werden. Acht Wochen hat der Richter für den Prozess vorgesehen. Entscheiden die Geschworenen, dass das «Travelers Formular» gilt, gewinnt Silverstein diesen ersten Prozess. Erst in einem Nächsten würde dann bestimmt, ob die Attacken als ein oder zwei Ereignisse zu werten sind.

(sda)

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