Versicherungsangestellte stiehlt 1,27 Millionen
Aktualisiert

Versicherungsangestellte stiehlt 1,27 Millionen

Eine Ex-Versicherungsangestellte hat für ihren spielsüchtigen Freund rund 1,27 Millionen Franken abgezweigt. Das Bezirksgericht Zürich hat die geständige Angeklagte zu einer gerade noch bedingten Gefängnisstrafe von 18 Monaten bedingt verurteilt.

Die heute 28-jährige Frau war als Sachbearbeiterin und Rechnungsführerin bei verschiedenen Krankenkassen angestellt. Bei einer Kasse überwies sie ab Herbst 2001 erfundene Kundenforderungen auf ein eigenes Bankkonto. Da sie für die Beträge bis zu 5000 Franken keine Zweitunterschrift brauchte, fiel dies nicht auf.

Mitte 2002 wechselte sie zu einer anderen Krankenkasse und wendete den gleichen Trick wieder an. Im Frühjahr 2004 flog der Schwindel auf. Die Rechnungsführerin hatte bis zu diesem Zeitpunkt bereits rund 1,27 Millionen Franken abgezweigt, alleine an ihrem zweiten Arbeitsort über 960 000 Franken.

Umfassendes Geständnis

In der Untersuchungshaft legte sie ein umfassendes Geständnis ab. Vor einem Jahr musste sie sich vor Gericht verantworten. Der Staatsanwalt forderte eine unbedingte Gefängnisstrafe von 30 Monaten.

Der Verteidiger hingegen plädierte für 18 Monate bedingt. Er begründete dies mit dem Tatmotiv: Die Frau hatte das Geld ihrem spielsüchtigen Freund zukommen lassen.

Abhängigkeitsverhältnis

Laut einem psychiatrischem Gutachten war sie dem Freund hörig. Dieser war verheiratet, pflegte aber weiterhin Kontakt zur Angeschuldigten und forderte von ihr Geld. Sie habe gehofft, mit dem Geld sich im Leben des Freundes unentbehrlich zu machen.

Im am Donnerstag veröffentlichten Urteil folgte das Gericht den Anträgen der Verteidigung. Wegen mehrfachen gewerbsmässigen betrügerichen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage wurde die Angeklagte zu 18 Monaten Gefängnis bedingt verurteilt - dies bei einer Probezeit von drei Jahren.

Das Gericht hält im Entscheid ihr Geständnis zugute. Zudem berücksichtigte es das Abhängigkeitsverhältnis zum Empfänger des Geldes. (sda)

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