Formel 1: Verstappen gewinnt Chaos-Regenrennen
Aktualisiert

Formel 1Verstappen gewinnt Chaos-Regenrennen

Der Red-Bull-Pilot behält im Regen kühlen Kopf und feiert den zweiten Saisonsieg. Mercedes und Alfa Romeo erleben in Hockenheim ein Desaster.

von
dpa
1 / 7
Bitter für Alfa-Romeo: Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi wurden nach Rennende mit 30-Sekunden-Zeitstrafen belegt und fallen dadurch aus den Punkterängen.

Bitter für Alfa-Romeo: Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi wurden nach Rennende mit 30-Sekunden-Zeitstrafen belegt und fallen dadurch aus den Punkterängen.

Keystone/Jens Meyer
Chaotisches Regenrennen:
Chaotisches Regenrennen:

Max Verstappen gewinnt den dramatischen GP von Deutschland.

Keystone
Der Niederländer behält im Chaos stets die Nerven und feiert den zweiten Saisonsieg.

Der Niederländer behält im Chaos stets die Nerven und feiert den zweiten Saisonsieg.

kein Anbieter

Im Regen-Irrsinn von Hockenheim hat Sebastian Vettel nach einer atemberaubenden Aufholjagd nur knapp seinen ersehnten Formel-1-Heimsieg verpasst. Der von Startplatz 20 gestartete Ferrari-Pilot musste sich beim womöglich letzten Grand Prix von Deutschland am Sonntag nur dem furiosen Niederländer Max Verstappen im Red Bull geschlagen geben. Beim actiongeladenen Hockenheim-Spektakel mit vier Safety-Car-Phasen wurde der Russe Daniil Kwjat im Toro Rosso Sensationsdritter.

Mercedes erlebte bei seinem 200. Formel-1-Rennen dagegen ein Desaster. Der WM-Führende Lewis Hamilton blieb im Silberpfeil nach mehreren Ausrutschern als Elfter ohne Punkte. Teamgefährte Valtteri Bottas schied nach einem Unfall kurz vor Schluss sogar aus. Teamchef Toto Wolff donnerte voller Frust mit der Faust auf sein Boxenpult.

Durch eine nachträgliche Bestrafung der beiden Alfa-Romeo-Piloten Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi rutschte der Brite vier Stunden nach Rennschluss noch auf Rang 9 vor und holte zwei WM-Punkte. Die beiden Piloten des Hinwiler Rennstalls wurden wegen unerlaubter Kupplungseinstellungen mit 30-Sekunden-Strafen belegt. Die zehn WM-Punkte für die ursprünglichen Plätze 7 und 8 sind verloren.

Verstappen verblüfft weiter

Dagegen behielt Verstappen den Durchblick und die Nerven. Bei wechselhaftem Wetter und inmitten eines wilden Reifenpokers steckte der 21-Jährige auch einen verkorksten Start weg und holte sich mit einer Galafahrt seinen zweiten Saisonsieg.

Dahinter gelang Vettel furiose Schadensbegrenzung. Noch am Tag zuvor war der 32-Jährige tief frustriert gewesen, als er wegen eines Problems mit der Luftzufuhr am Turbolader seines Autos gar nicht erst in die Zeitenjagd eingreifen konnte. So musste er das Rennen von ganz hinten starten. Die Blamage perfekt machte ein Defekt im Benzinsystem bei Teamkollege Charles Leclerc, sodass auch der Monegasse nicht um die Pole Position mitfahren konnte. Er startete als Zehnter.

Regen sorgt für Spektakel

Die Rennleitung entschied, das Feld zunächst für drei Formationsrunden hinter dem Safety-Car um den Kurs zu schicken. «Es ist doch nicht mal nass», funkte Hamilton an die Box. Und so durften sich die 20 Piloten kurz darauf an der Startampel aufstellen. Hamilton verteidigte seine Pole Position mühelos, doch der zweitplatzierte Verstappen kam nicht in Fahrt. Prompt holte sich Bottas im zweiten Silberpfeil Rang zwei. Zum Jubiläum von 125 Jahren Motorsport bei Mercedes ein Start nach Wunsch des Autobauers.

An der Spitze hatte Hamilton ein Sicherheitspolster herausgefahren, dahinter duellierten sich Bottas und Verstappen um Rang zwei. Dann wurde es endgültig chaotisch. Die ersten Fahrer holten sich Trockenreifen. Kurz darauf setzte wieder Regen ein. Zunächst rutschte Leclerc von der Piste, dann verlor auch Hamilton kurz die Kontrolle über seinen Silberpfeil. Der Brite beschädigte seinen Frontflügel, kürzte illegal den Weg zur Box ab. Vor der Garage musste er ewig warten, ehe die Reparaturarbeiten erledigt waren. Das hinderte auch Kollege Bottas am Reifenwechsel.

Desaster für Mercedes

Wieder war das Safety-Car im Einsatz. Profiteur der Turbulenzen war Verstappen, der nun vor Bottas das Rennen anführten. Hamilton ordnete sich als Fünfter ein, erfuhr aber bald von der Fünf-Sekunden-Strafe für den verbotenen Abzweig zur Garage.

Auch in der Schlussphase ging der Krimi weiter. Hamilton drehte sich erneut und fiel aus den Punkterängen. Bottas knallte in die Mauer. Ein letztes Mal kam das Safety-Car - und danach holte sich Vettel noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Podiumsplatz.

Deine Meinung